Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 15.07.2015

Eine ganze Woche Ferien «opfern» für die Vereinsarbeit

72 Personen aus dem Kanton Thurgau und angrenzenden Orten nahmen an einem J+S-Kurs des Sportamts Thurgau teil. Sie wollten sich neue Ideen für Kinder- und Jugendsport holen. Der Leiter und vier Teilnehmer gaben Auskunft.

 

 

Als Kursleiter dieser Woche in und um die Kantihallen in Frauenfeld amtete Michael Krucker. Der Frauenfelder hatte klare Vorstellungen: «Wir wollten allen einen Rucksack an Ideen mit auf den Heimweg geben. Und alles möglichst praxisnah. Laut dem Echo, ist uns das gut gelungen.» Weil zu Beginn die Hitze wirklich extrem war, gab es gewisse Anpassungen. Krucker lacht: «Wir haben überhaupt nichts weg gelassen, wir absolvierten alles einfach etwas langsamer. Mich hat das Engagement der Leute gefreut. Alle sind ja freiwillig hier und geben einen Teil ihrer Ferien für die Vereinsarbeit hin. Das verdient Respekt.» Die 72 Personen waren aufgeteilt in die Sparten Kindersport (5 bis 10 Jahre) und Jugendsport (10 bis 20 Jahre).

Lara Breu: «Lässige Woche»
Am Kurs für Kindersport dabei war Lara Breu. Die 24jährige Frauenfelderin hat sich für die SCF-Handballer eingeschrieben. Der Grund ist aber ein anderer: «Ich stecke in der Primarlehrer-Ausbildung und habe sowieso Semesterferien. Für diese Woche habe ich von meinem Aushilfs-Job frei genommen. An diesem Kurs hoffte ich mir mehr zu erfahren, was mir im Beruf, beim Sport und meinem Hobby nützen könnte.» Die Tage mit lauter sportlichen Leuten hat sie sehr genossen: «Es war eine lässige Zeit und ich habe enorm profitiert.» Vor allem darum, weil sie später als Lehrerin den Schülern Turnunterricht erteilt. Zudem hat sie eine Auffrischung erhalten, was für neue Spiele möglich sind. Nach den fünf Tagen musste sie aber (lachend) feststellen: «Die Woche war lässig, aber dass sie so streng wird, das habe ich nicht erwartet.»

Adrian Imhof: «Ideen erhalten»
Adrian Imhof (19) aus Balterswil ist im TSV Bichelsee seit viereinhalb Jahren Jugileiter und selber polysportiv tätig. Für ihn stand im Vordergrund, «dass ich neue Ideen zur Gestaltung der Übungen erhalten habe und vor allem, wie ich mit den Jugendlichen umgehen soll. Besonders wichtig war mir die Vielseitigkeit an Übungen.» Hat ihm diese Woche etwas gebracht? «Meine Erwartungen sind übertroffen worden.»

Nadine Bösch: «Vielfältigkeit»
Erst seit diesem April wohnt Nadine Bösch in Frauenfeld (weil sie jetzt hier arbeitet), leitet aber immer noch die Meitliriege bei der DR Basadingen. Die 23-Jährige hatte genaue Vorstellungen, was sie in der Thurgauer Kantonshauptstadt gerne lernen möchte: «Neue Ideen erhalten und besonders wichtig war mir eine gewisse Vielfältigkeit an Übungen. Ich möchte meine Mädchen nach dem Sommerferien überraschen können, damit sie wieder mit viel Freude ans Werk gehen.» Sie redet aus Erfahrung, wenn sie festhält: Bei den Fünf- bis Zehnjährigen gibt es gewisse Phasen, wo sie nicht so gut aufpassen. Da muss ich Gegensteuer geben können.»

Daniel Gillmann: «Abwechslung»
Als selbständiger Partner in einem Treuhand-Büro gibt Daniel Gillmann aus Hofstetten wie seine 71 «Mitstreiter» eine Woche Ferien hin, um diesen Kurs zu absolvieren. Er ist mit seinen 40 Jahren fast ein bisschen ein Exot. Das stört ihn nicht: «Der Altersunterschied ist überhaupt kein Problem, der Kurs ist völlig unabhängig, was die Sportart betrifft.»
Als Vater von drei Knaben (5, 7 und 9 Jahre alt) kann der Stufenleiter der Bambinis beim EHC Frauenfeld doppelt profitieren: «Ich habe neue Spielformen kennen gelernt, die ich zu Hause und im Eishockey anwenden kann. In meinem Alter wird man manchmal etwas betriebsblind, da ist es angebracht, dass ich mich – ganz speziell für den Sommer – polysportiv weiterbilde.» Diese Tage in Frauenfeld («Sie waren unerwartet streng») heissen aber nicht, dass er nun alles Bisherige im nächsten Winter gleich über den Haufen werfen muss.
Ruedi Stettler

 

 

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