Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 15.07.2015

Konfirmanden reissen Bäume aus

16 Jugendliche aus Frauenfeld arbeiteten während einer Woche im Bündner Bergdorf Duvin und pflegten gemeinsam mit Einheimischen die Landschaft.

 

 

Im malerischen Duvin mit seinen 95 Einwohnern war letzte Woche vieles anders als üblich. Konfirmanden aus Frauenfeld wohnten im Schulhaus, übernachteten in der Scheune der Feuerwehr und bevölkerten den Pausenplatz. Und dies schon am frühen Morgen.

Arbeiten statt Ausschlafen
Schon um 5.30 Uhr wurden die Jugendlichen mit dem Alphorn geweckt und zogen aus an ihre verschiedenen Arbeitsplätze: Die einen erstellten einen Wanderweg, andere bauten Hütte und Zaun für einen Viehtrennplatz und die Dritten pflegten auf über 2000 Meter über Meer eine Alpweide. «In den letzten Jahren steigt die Waldgrenze immer höher und die Schafweiden der Alpgenossenschaft wachsen langsam zu. Ohne die Hilfe der Konfirmanden aus Frauenfeld könnten wir dem nichts entgegensetzen», sagt der einheimische Bauer Arno Deplazes. An einer steilen Bergflanke räumten die Jugendlichen die gefällten Bäume weg und machten so die Wiese wieder frei für die Schafe. Die Belohnung für die gut sechs Stunden harte Arbeit war der Flug mit dem Helikopter zum Arbeitsplatz. Der steile, weglose Heimweg wurde dann aber zu Fuss bewältigt.

Frauenfelder Tradition
Seit über 20 Jahren unterstützen Frauenfelder Jugendliche in jedem zweiten Jahr die Bauern in Duvin in den Unterhaltsarbeiten ihres riesigen Gemeindegebietes. «Das gemeinsame Arbeiten schweisst zusammen und ist ein optimaler Einstieg in das Konfirmations-Jahr», berichtet Pfr. Samuel Kienast. «Es ist erstaunlich, wie gut gelaunt die Jugendlichen die Arbeiten in Angriff nahmen.» Auch die Stadt Frauenfeld schätzt den Einsatz der Jugendlichen in der Bergregion und unterstützt die Einsätze seit Jahren finanziell.

Einblick in eine andere Lebenswelt
Neben dem praktischen Nutzen der Arbeiten erlebten die Jungen den Alltag der Bergbauern hautnah. Auf dem Pausenplatz wurde mit den Jugendlichen von Duvin Fussball gespielt, wurden Handynummern ausgetauscht und Freundschaften geschlossen. «Wir Bergbewohner haben vieles nicht, dafür haben wir eine umwerfende Natur», sagte Aurelio ..., der Gemeindepräsident von Illanz bei seiner kurzen Dankesrede am Abschlussgottesdienst in der Kirche von Duvin. Er dankte im Namen aller für den grossartigen Einsatz der Besucher aus Frauenfeld und hofft, dass sie in zwei Jahren wieder kommen.