Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 02.09.2015

«Noch ein Schritt weiter vorwärts wäre schon schön»

Andreas Küng spielt seit 2009 bei den NLB-Eishockeyanern des HC Thurgau. Und er musste schon einiges Auf und Ab erleben. Zuletzt gab es zwei Playoff-Qualifikationen und darum schaut der Frauenfelder guten Mutes vorwärts.

 

 

Wenn man weiss, welchen Stürmer Andreas Küng bewunderte, dann ist auch seine Rückennummer 9 logisch. Zu Anfangszeiten des HCT kurvte von 1993 bis 1997 Dan Daoust in der «Gütti» den Gegnern um die Ohren. Auf der Tribüne verfolgte Teenager Küng, was da der kanadische Wirbelwind und Topskorer so aufführte. Und der trug eben die Neun. Zu jener Zeit erreichten die Thurgauer unter Trainer Mike McParland sogar die Playoff-Halbfinals. Darum sagt Küng: «Die Stimmung auf den Rängen war genial. So etwas möchte ich jetzt als Spieler erleben.»

So lange spielen wie Jagr?
Ein Vorbild von Küng ist zudem der tschechische Superstar Jaromir Jagr. Der NHL-Crack ist aber mittlerweile 43 Jahre alt. Deshalb die Frage an Küng, dauert seine Karriere eben so lange? Der am 17. Mai 32 Jahre alt gewordenen Frauenfelder schmunzelt: «Vielleicht in einer unteren Liga. Eventuell beim lokalen Steiner-Cup.» Dann schüttelt er den Kopf: «Es ist schon ungewöhnlich, was Jagr in diesem für einen Hockeyaner so hohen Alter bietet. Er ist eine absolute Ausnahme auf diesem Niveau. Nur einer von 1000 kann so etwas.»
Beim HCT hat sich seit dem Frühling einiges getan, Akteure sind gegangen, neue gekommen. Ab anfangs Juni übte das Team im Romanshorner EZO auf dem Eis. Während zwei Wochen täglich und zwar intensiv. In der heimischen Güttingersreuti kurven die Spieler ebenfalls bereits seit dem 27. Juli auf dem «Gletscher» herum. «Es ist gut, wenn man sich so früh mit einer Einstiegs­woche an die Schlittschuhe gewöhnt», meint Küng. Während den folgenden nur zweieinhalb Wochen Ferien erhielt jeder ein Programm mit nach Hause: Ganzkörper-Training nannte sich dies.

Hartes Programm
Der 85 kg schwere und 184 cm grosse Routinier Küng hat schon verschiedene Headcoaches erlebt. Zu den Lektionen von Christan Weber merkt er an: «Die Einheiten sind wirklich hart. Wir üben stets auf einem sehr hohen Level. Das Training ist wirklich abwechslungsreich. Wir haben zudem schon Inline gespielt, oder waren im Karate-Center. Auch sonst haben wir Neues probiert.» Als Weber für das Schweizer Fernsehen an den Weltmeisterschaften weilte, sagte der zurückgetretene Captain Beni Winkler wo es lang geht.

Jung und entwicklungsfähig
In welchen Tabellenregionen sieht Andreas Küng seinen HCT? «Wir haben gute Spieler geholt. Angreifer Eric Arnold etwa ist für mich wie eine Wundertüte. Auch Routiniers sind dabei wie Stürmer Adrian Brunner und Verteidiger Patrick Parati, dafür sind allerdings die Abwehr-Haudegen Beni Winkler und Patrick Bloch weg. Natürlich ist unser Team noch immer jung, aber es ist entwicklungsfähig.» Küng macht eine kurze Pause und hängt an: «Zweimal haben wir nun die Playoffs als letzte Mannschaft gerade noch geschafft. Und trafen da halt beide Male auf den Liga-Krösus Langnau. Es wäre schon schön, wenn wir einen weiteren Schritt vorwärts machen könnten.»
Festlegen will sich der Frauenfelder logischerweise nicht: «Dazu ist es viel zu früh. Auch wissen wir recht wenig über unsere Gegner. Besonders schwer einzuschätzen ist – zumindest im Moment – der ohne Ausländer antretende Aufsteiger Winterthur. Auf Winti am Samstag, 26. September, freue ich mich ganz besonders, denn das gibt ein Derby und die sind in der Regel bestens besucht.» Der HCT beginnt die Meisterschaft am Freitag, 11. September, daheim gegen La Chaux-de-Fonds. Danach folgen die Auswärts-Partien in Visp und Martigny, bevor es am Samstag, 19. September, in Weinfelden das Aufeinandertreffen mit Ajoie gibt. Zu Beginn fordert also die Westschweizer Connection den HCT.
Ruedi Stettler