Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 16.09.2015

EHC Frauenfeld mit sehr schmalem Kader

An diesem Samstag beginnen die Frauenfelder 1.-Liga-Eishockeyaner die Saison 2015/16 mit dem Heimspiel gegen Wetzikon (20.15 Uhr). Das Ziel mit dem jungen Team ist klar: Nach der Qualifikations-Phase unter den ersten sechs Equipen klassiert sein und damit direkt in die Masterrunde einziehen.

 

 

Schaut man sich nur die Fakten an, dann muss man feststellen: Der EHC Frauen­feld dürfte es in diesem Winter nicht ganz einfach haben. Neun zum Teil prominente Abgänge sind zu verkraften, Zuzüge gibt es nur deren vier, dazu zwei Akteure mit einer B-Lizenz plus zwei Talente von den Young Lions im erweiterten Kader. Das bewährte Trainer-Duo mit Headcoach Ralph Ott (5. Saison) und seinem Assistenten Roger Koch (4.) ist sich der schwierigen Aufgabe bewusst: «Unser Kader ist enorm schmal und noch einmal jünger als in der letzten Meisterschaft. Trotzdem verlief die Vorbereitung zufriedenstellend, obwohl mit mehr Personal natürlich vieles einfacher gewesen wäre.» Ende letzter Woche konnte dann noch der verheissungsvolle Transfer des torgefährlichen Stürmers Eric Geiser von NLB-Aufsteiger Winterthur vermeldet werden.

Bekannte Gesichter
In neun Testpartien und einem dreitägigen Trainingslager in Flims wurde an den Automatismen gefeilt. Die Leistungen waren in Ordnung. «Ausser beim katastrophalen Match mit einem 7:9 gegen den Liga-Konkurrenten Bülach,» präzisiert Ott. Anschauungsunterreicht gab es auch beim 2:1-Erfolg nach Penal­tyschiessen gegen den Startgegner vom Samstag, Wetzikon. Diese Partie war schon länger abgemacht, als man noch nicht wusste, dass dies ausgerechnet der allererste Ernstkampf um Punkte wird.
«Wir schauen sowieso nur auf uns und nicht was der Gegner macht», bleibt Ott seiner Devise treu. Ebenfalls einen Augenschein nehmen konnte man von der Stärke Weinfeldens beim 5:3-Sieg. Und am EZO-Cup in Romanshorn traf der EHCF am Wochenende gleich auf drei weitere Liga-Konkurrenten. Ein starkes Seewen gewann das Turnier mit 6:4 gegen Dübendorf, wogegen die Frauenfelder «Dübi» mit 0:4 unterlagen und auch den Match um Platz drei gegen die Pikes Oberthurgau mit 1:4 verloren.

Mehr Zug aufs Tor erwartet
Ganz bewusst verkürzte man bei Frauenfeld die Vorbereitungszeit um eine Woche und ging deshalb etwas später als sonst (erst Mitte August) aufs Eis. Was erhofft sich der 45jährige Headcoach von seiner Mannschaft? «Dass sie mit mehr Tempo Richtung Tor zieht. In der Defensive standen wir stets stabil. Unser Problem war immer die zu magere Trefferausbeute.» Die Trainercrew erwartet ein breites Mittelfeld und will wenn immer möglich die Qualifikation unter den besten sechs Equipen beenden und so den Einzug in die Masterrunde auf direktem Wege schaffen.
Nach dem Aufstieg von Winterthur fehlt ein stimmungsvolles Derby und ein Verein, der stets an der Spitze mit­mischte. Wer ist nun der Kronfavorit? Sofort fällt der Name Chur. Dann sieht Ott auch Dübendorf und Wetzikon vorne. Der 37jährige Koch macht ein Fragezeichen zu den Tessinern: «Die sind immer sehr schwer einzuschätzen, aber ich denke, Bellinzona muss man im Auge behalten.» In einem sind sich die beiden Trainer einig: «Das letztes Jahr oft inferiore Schlusslicht Arosa wird sicher besser auftreten».

Zuzüge und Abgänge
Neu bei Frauenfeld dabei sind. Goalie: Gregory Keller (Argovia Stars). Verteidiger: Michael Schaub (B-Lizenz Lakers). Stürmer: Eric Geiser (Winterthur), Remo Heitzmann (Lakers), Ramon Schneider (Arosa), Timo Brauchli (Bülach), Alexander Tkachenko (B-Lizenz Lakers).
Den EHCF verlassen haben: Roman Diethelm (Nachwuchs-Trainer), Dino Schlumpf, Georg Lieber, Claudio Maier, (alle Rücktritt); Cyrill Kuhn (Pause); Michael Moser und Jeremy Laux (Weinfelden), Marcel Illien (Wil), Ramon Metzler (Kreuzlingen).

Ruedi Stettler