Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 14.10.2015

Hilft Homöo-haha-pathie?

«Was den Kühen und Kindern hilft, hilft vielleicht auch dir», schrieb der Chnuri einem Kollegen, der stark erkältet war, und empfahl ihm ein paar Chügeli. Der schrieb zurück: «Placebo!»

 

 

Ein «Placebo» (= Ich werde gefallen) ist ein Schein-Arzneimittel, welches keinen Arzneistoff enthält. Die andere Seite der Medaille heisst: «Nocebo» (=Ich werde dir schaden). Das Nocebo enthält ebenfalls keinen Wirkstoff, aber entfaltet eine schädliche Wirkung, weil man an die Schädlichkeit glaubt.
Ist Homöopathie nur ein Placebo? Schon längst wogt der Streit darüber, ob sie «nützt», obwohl in den Chügeli kein Wirkstoff nachzuweisen ist.
Ein Landwirt ganz in der Nähe von Frauenfeld verabreicht seinen Kühen seit Jahrzehnten Homöopathie, und er fahre sehr gut damit, versichert er. Diese tumben Kühe! Oder wirken die Mittel, wenn der Verstand nicht verurteilt?
Auch dem Chnuri, er zwar mehr Stier als Kuh, hat Homöopathie geholfen. Zum Beispiel gegen eine harmlose, aber äusserst ekelhafte nervöse Herzrhythmusstörung, genannt Herz-Extra-Systolen, die ihn nachts nicht schlafen liess. Die vom Herz-Spezialisten verschriebenen Beta-Blocker nützten rein gar nichts. Bis eine Kollegin dem Chnuri riet, er solle doch einmal ein bestimmtes Präparat («Aurum-Stibium-Hyos­cyamus») ausprobieren. Das war die Rettung. Von 100 auf 0 gingen die störenden Zwischenschläge zurück, aus dem Stand.
Die Crux ist, dass ein auf die Störung passgenaues Mittel gefunden werden muss. Es gibt keinen Breitbandeffekt wie z.B. bei den Antibiotika.

Also, hilft Homöo-haha-pathie, obwohl in den Chügeli «rein gar nichts drin ist» ausser der geschüttelten «Information»? Wie ist es denn z.B. mit dem Duft der Rosen? Herter’s Rosenfeld in Nussbaumen überzieht den Seerücken, sobald ein Lüftchen weht, kilometerweit mit Düften. Sind diese Aromen «Partikeli» wie der Russ aus dem Auto-Auspuff, die aus den Blüten «losgesprengt» und in die Luft gejagt werden? Wer’s glaubt. Eher ist es eine nicht-stoffliche «Information», die einen so tief einatmen lässt.
Auch beim Licht wissen die Forscher bis heute nicht, ob dieses aus Partikeln oder aus Wellen besteht. Nicht mal Einstein hat das herausgefunden.