Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 29.10.2015

Warum führt der Bach im Murg-Auen-Park so wenig Wasser?

NACHGEFRAGT:

Fabrizio Hugentobler erklärt: «Die langanhaltende Trockenheit führt dazu, dass alle Bäche und Flüsse seit drei Monaten wenig Wasser führen. Dies führte sogar zu einem Wasser­entnahme-Verbot. Auch die Murg führt seit Monaten zu wenig Wasser, um die Kleinkraftwerke betreiben zu können.

 

 

So ist im Murg-Auen-Park der Wasserstand für Fische sehr tief. Das letztjährige Jahresmittel des Murg-Hauptlaufs höhe Frauenfeld lag bei 3.5 m3/Sekunde, aktuell fliessen gerade 0.7 m3/Sekun­de. Somit hat es im ehemaligen Altlauf des Parks nicht technisch bedingt wenig Wasser, sondern weil der Fluss nicht mehr hergibt. Die unterirdische Speisung des Baches – das Wasser fliesst in einer Röhre vom Auslauf des Kleinkraftwerks zum Bach – funktioniert unter normalen Bedingungen technisch einwandfrei. Wegen des Wassertiefstands wurde kürzlich als letzte Möglichkeit beim stillliegenden Kraftwerk bei der Zeughausbrücke ein Notüberlauf beim Rechen aktiviert, damit etwas mehr Wasser durch die Röhre fliesst und so den Altlauf beschickt. Dadurch staut sich jetzt das Wasser hinter dem Wehr und fliesst nicht mehr über den schwarzen Schlauch. Diese Massnahme verhilft den Jungfischen im Quelltopf des Altlaufs zu mehr Frischwasser.
Es gibt viele Jungfische im Altlauf, die über die Vernetzung des Gewässers in den Altlauf gelangten. Mit der Umleitung des Wassers beim Kleinkraftwerk zur Speisung des Baches und einem regelmässigen Abfischen und Umsiedeln durch die Jagd- und Fischereiverwaltung wird durch Menschenhand soweit eingegriffen wie sinnvoll. Der Murg-Auen-Park mit den Gewässern bleibt aber ein Gebiet, welches die Natur regelt. Auen sind Uferlandschaften, welche von wechselnden Hoch- und Niedrigwassern und auch Trockenheit geprägt sind.»

Fabrizio Hugentobler, Amtsleiter Freizeitanlagen und Sport