Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 24.12.2015

Alfred Ilg – der weisse Abessinier

Am 7. Januar 2016 jährt sich zum 100. Mal der Todestag des Frauenfelders Alfred Ilg. Aus diesem Anlass findet im Rathaus Frauenfeld um 20.00 Uhr eine Gedenkveranstaltung statt.

 

 

1854 in Frauenfeld als Kind einer ledigen Mutter geboren (was damals ein erhebliches Handicap war), absolvierte Alfred Ilg die Thurgauer Kantonsschule in Frauenfeld mit Abschluss der Matura, erlernte zuerst den Beruf eines Maschinenbauers und studierte am Polytechnikum in Zürich Maschineningenieur. Es folgte eine Berufung als Berater für den abessinischen Kaiser Menelik II., vorerst einmal angedacht für zwei Jahre. In der Folge wurden daraus 27 Jahre! Alfred Ilg war massgebend für die Entwicklung Abessiniens verantwortlich. Seine erfolgreichen Massnahmen wie Einführung der Post, des Münzwesens, Brückenbau, Eisenbahnbau von Dijbouti nach Harar und Addis Abeba, Gründung der neuen Hauptstadt Addis Abeba, Armeereform, Entwicklung von Handel und diplomatischen Beziehungen usw. katapultierten den ostafrikanischen Staat vom Mittelalter in die Neuzeit. Dies war möglich, weil ein für damalige Begriffe äusserst initiativer Landesfürst das Land regierte, der Ilg zum Staatsminister, als einziger Minister mit umfassenden Kompetenzen an der Seite des Kaisers, erkor.

Am 7.Januar 1916 starb Minister Alfred Ilg in Zürich. Ein interessanter Abend mit Historikern und Ethnologen beleuchtet an seinem 100. Todestag die faszinierende Persönlichkeit Alfred Ilg, die in Äthiopien in breiten Bevölkerungsschichten noch heute eine grosse Popularität geniesst. Ein Visionär zum Wohle eines ganzen Landes!

Die öffentliche Veranstaltung findet am Donnerstag, 7. Januar 2016 um 20.00 Uhr im Grossen Bürgersaal des Rathauses Frauenfeld statt. Die Stadt lädt im Anschluss zu einem Apéro ein.