Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 10.03.2016

Die Batterien waren ganz einfach völlig leer

Die Frauenfelder 1.-Liga-Eisho­ckey­­aner sind im Playoff-Halbfinal fast wie erwartet am klaren Favoriten Dübendorf gescheitert. Und sie brauchen für die nächste Saison einen neuen Trainer.

 

 

Fragt man Frauenfelds Headcoach Ralph Ott nach einem kurzen Fazit über die vergangene Saison, kommt die Analyse wie immer treffend: «Grundsätzlich bin ich zufrieden. Mit einem so schmalen Kader durften wir gar nicht mehr erwarten.» Im Gegensatz zu den Liga-Konkurrenten aus dem Kanton, Pikes Oberthurgau und Weinfelden, schafften die Frauenfelder einmal mehr den direkten Weg in die obere Masterround. Auch wenn nur hauchdünn im allerletzten Match der Qualifikation. Dass ebenfalls in der letzten Partie zudem der Heimvorteil für die Playoffs erreicht wurde, entlockte Assistenz-Trainer Roger Koch ein Schmunzeln: «Wir lassen die Gegner stets im Glauben, sie seien auf dem richtigen Weg. Und dann kontern wir eiskalt. Wir Frauenfelder bleiben cool.» Eben diese Coulness zeigte sich auch nach einem 0:2-Rückstand im Viertelfinal gegen Wetzikon, den man mit drei Siegen hintereinander korrigierte.

Das Out gegen Dübendorf im Halbfinal musste allerdings fast erwartet werden. Ein 3:2 erst im Penaltyschiessen auswärts, ein 3:4 daheim und ein 6:1 wieder auswärts sorgten für das Saisonende beim EHCF. Der 45-jährige Ott hält nüchtern fest: «Im ersten oder zweiten Duell wäre mehr möglich gewesen. Zumindest um ein weiteres Heimspiel zu erreichen. Mehr aber wohl nicht.» Dann fügt der Felbener an, was naheliegend ist: «Wir mussten in den Playoffs mehr als einmal mit nur 14 Akteuren auflaufen. Das ist einfach katastrophal. Darum waren die Spieler vor allem mental ganz einfach am Ende.»

Fest steht, dass der Headcoach des EHC Frauenfeld in der nächsten Saison nicht mehr Ralph Ott heissen wird: «Ich war jetzt sechs Jahre im Amt. Das reicht. Ich gehe davon aus, dass ich mir eine Saison lang eine Pause gönne.» Dann muss er herzhaft lachen: «Aber man weiss ja nie, was plötzlich für ein Angebot auftaucht. Aber nicht bei Frauenfeld, die Spieler brauchen ein neues Gesicht an der Bande.» Ganz ohne Eishockey geht es bei Ralph Ott allerdings nicht. Seit dem 5. März (und bis und mit dem Playoff-Final) ist er für das Schweizer Fernsehen im Hintergrund wieder für die Analysen zuständig, welche die Studiogäste Mario Rottaris und Lars Weibel in den Drittels-Pausen präsentieren. Ruedi Stettler