Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 15.09.2016

Nur «subjektive Wahrnehmung»?

Entgegnung

Stellungnahme von Patrick Wirth, Präsident IG Vorstadt, zum Interview mit Regierungsrätin Carmen Haag: «Die Rolle des Kantons in der Vorstadt (Durchgangsverkehr): Auch der Kanton steckt in der Zwickmühle» , Frauenfelder Woche Ausgabe 36, Seite 17.

 

 

Es ist schon erstaunlich, wie immer nach solchen Gesprächen am Ende keine, aber gar keine mögliche Zu­kunfts­lösung in Aussicht steht. Aber den Hinweis von Frau Haag in Spalte 1, im untersten Drittel, möchte ich doch gerne kommentieren, und zwar wie folgt. Der Abschnitt aus dem Interview lautet:

«Somit sind besondere Voraussetzungen nachzuweisen, um eine Abweichung von der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit zu erlassen. Dazu fordert das Strassenverkehrsgesetzt explizit den Nachweis mit einem Verkehrsgutachten, welches darlegt, dass eine Abweichung unumgänglich und keine Massnahme, ausser eine Tempolimite, Lösungen bietet.»

Da frag ich mich echt nachdenklich, was wir denn in den letzten 20 Jahren so alles versucht und erarbeitet haben. Das einst bereits erstellte Verkehrs­gutachten hat ja auch ergeben, es sind (waren) zu viele Lastwagen, es sind um die 10 000 Fahrzeug pro Tag, es werden/wurden Geschwindigkeiten gemessen, welche nicht nur einer subjektiven Wahrnehmung zu Grunde liegen!

Ausbleibende Lebensqualität, fehlende Sicherheit, welche nicht nur spielende, sondern auch schulpflichtige Kinder oder einkaufende Mütter mit Kindern betrifft, weiter aufkommende Existenzängste, Liegenschaften-Wertverminderungen, Geschäftsaufgaben und Abwanderung der Kaufkraft, dies sind alles keine subjektiven Wahrnehmungen.

Dies alles interessiert anscheinend offensichtlich erst in dritter Linie, hinter Kanton und Stadt, welche sich wie im Tennis den Ball zuspielen. Sachliche Ausführungen wie jetzt von Frau Carmen Haag sind fundiert, aber nichts Neues, nichts, woran sich Betroffene irgendwie in guter Hoffnung klammern könnten.

Mich erstaunt immer wieder, wie schnell in allen aufstrebenden «Vor-orten» unserer Stadt alles nur Er­denkliche unternommen wird, um Zubringer­strassen und Verkehrs­lösungen zu Gunsten aller Grossverteiler und Industriecenter, von der Planung bis zur Reali­sierung, in Windeseile umzusetzen.

Da bleibt mir abschliessend nur zu sagen, im Osten nichts Neues. Ich bleibe beim Tennis, da gewinnt wenigstens einer ☺