Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 26.10.2016

Verdienter Sieg, oder bittere Niederlage?

Drei Penaltys, zwei Lattenschüsse und sieben gelbe Karten. Beim Fussball-Derby Frauenfeld gegen Kreuzlingen in der 2. Liga interregional setzten sich die Einheimischen dank zwei souverän verwandelten Elf­metern von Spielertrainer Cerrone mit 2:0 (0:0) durch.

 

 

Ex-FCF-Topskorer Qerfozi hätte für Kreuzlingen zum Matchwinner werden können, doch er hämmerte einen Foulpenalty (50.) weit über das Tor. Logisch, dass er nach dem Abpfiff nicht sehr gesprächig war: «Ich sage nichts.» Aber wenigstens etwas zum vergebenen Strafstoss? «Ich habe einfach voll draufgehauen, das ist kläglich misslungen.»
Auf der Gegenseite durfte Cerrone strahlen: «Ein grosses Lob an meine Spieler, jeder setzte sich voll ein. Die Alten für die Jungen und die Jungen für die Alten. Trotz Umstellungen gingen wir aggressiver in die Zweikämpfe und im Gegensatz zu Kreuzlingen sind wir als kompakte Mannschaft aufgetreten und haben verdient gewonnen.»
Aber nach der Pause hatte doch sein FCF viel Glück, als Kreuzlingen endlich recht Druck machte: «Da mussten wir uns in der Abwehr zuerst wieder finden, weil der Gegner das System geändert hatte.»
Für dieses 0:2 nur ein ungläubiges Kopfschütteln übrig hatte nach dem abrupten Abgang von Vlado Nogic Kreuzlingens Ersatz-Trainer Bernhard Gräble: «Das ist eine sehr bittere Niederlage. Wir hatten doch einige klare Torchancen und vergeben zudem noch einen Elfmeter. Und dann müssen wir ab dem Punkt sogar zwei Gegentreffer hinnehmen. Beide Entscheide des Schiedsrichters waren eher hart. Ich kann meinem Team bestimmt keinen Vorwurf machen.»
Es war ein spannendes Derby mit viel Kampf und Chrampf, eher wenig
Tempo und kaum spielerischen Höhepunkten. In der ersten Hälfte gab es nur drei glasklare Möglichkeiten. Qerfozi traf ins Aussennetz (18.) und nach einem FCK-Konter segelte der Ball gefährlich durch den Frauenfelder Strafraum (31.). Auf der Gegenseite hatte der FCF Pech mit einem Kopfball an die Latte (35.). Als nach dem Tee Kreuzlingen auf die Führung drängte, kam neben dem verschossenen Foulpenalty und einem Lattenschuss (53.) bei einem heillosen Durcheinander im Frauenfelder Strafraum (62.) Pech dazu.
Danach glich sich das Geschehen wieder aus und Cerrone machte mit zwei cool verwandelten Penaltys (74./77.) alles klar. Der erste Strafstoss folgte auf ein Handspiel im Strafraum nach einem Freistoss, der zweite nach einem Foul. Die übrigen Frauenfelder Abschlussversuche waren zu harmlos. Mit diesen drei Punkten nimmt Frauenfeld nach elf Runden Platz fünf ein. Kreuzlingen ist Siebter.

Ruedi Stettler

 

 

Verdienter Sieg, oder bittere Niederlage?