Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 28.12.2016

Nicolas Stettler hat schon viel erreicht

Der 20-jährige Thurgauer spielt als Fussball-Profi mittlerweile in der ersten Mannschaft des FC Zürich. Gegenwärtig absolviert er die Sportler-RS in Magglingen und kann trotzdem optimal trainieren.

 

 

Mit viel Geduld und Ausdauer hat es Nicolas Stettler in dieser Saison mit dem FC Zürich als klarem Leader in der Challenge League auf drei Partien und insgesamt 243 Einsatzminuten gebracht. Dazu kam er im siegreichen Cup-Achtelfinal gegen St. Gallen ab der zweiten Halbzeit zum Zuge. Weil Absteiger FCZ als Schweizer Cupsieger auch international auflaufen durfte, war der junge Mann auch in der Türkei im Europacup dabei, aber nur auf der Ersatzbank. Dasselbe beim Match in Bukarest, bevor er im Letzigrund gegen diesen Gegner ab der 29. Minute zum Einsatz kam: «Das war natürlich schon etwas besonderes.»
Wenn man bedenkt, wie grosszügig das Kader besetzt ist, ist auch das bereits ein Erfolg. Zumal er seit dem 31. Oktober und noch bis zum 17. März die Sportler-Rekrutenschule in Magglingen absolviert. «Die Armee ist wirklich sportfreundlich, sehr gut, was sie bietet,» darf Nicolas Stettler vermelden. Nur die ersten drei Wochen waren normale Grund-Ausbildung. Von der 4. bis zur 8. Woche wird er als Militärsport-Leiter ausgebildet und kann stets am Nachmittag trainieren. Ab dem Januar wird es sogar noch besser, dann darf das Talent bereits ab dem Mittwoch bis zum Wochenende ganz normal mit dem FC Zürich trainieren.
Begonnen hat der Kleine Nicolas als Siebenjähriger bei den Thundorf-Kickers, weil er in Thundorf wohnte. Dann zog die Familie nach Wängi und er wechselte in die D-Junioren beim FC Wängi. Mit dem Besuch der Sport Tagesschule in Bürglen galt es während der ersten und zweiten Oberstufe jeweils um 06.30 Uhr den Zug zu erwischen. «Hanspeter Meier war als Trainer eine wichtige Bezugsperson für mich», blickt Stettler gerne auf diese Zeit zurück. Bereits 2010 machte der junge Bursche einen weiteren Schritt in die FCZ Academy, wo er von der U15 bis zur U21 alle Stufen durchlief.
Verschiedene Trainer sagten ihm eine vielversprechende Zukunft voraus. Die Klasse des Thurgauers blieb auch dem Schweizer Verband nicht verborgen. Es folgten Aufgebote für alle Altersstufen. Mit der U17 durfte er an die EM-Endrunde in der Slowakei und mit der U19 weilte er in Holland an der Elite-Runde gleich vor der EM. Diesen November hat er erstmals ein Aufgebot für die Schweizer U21 erhalten.
In diesem Herbst erfolgte zudem der Sprung ins FCZ-Fanionteam. Auf seinem Trikot prangt die Nummer 28, weil er an einem 28. (April) Geburtstag feiert. Der Aussen-Verteidiger («Ich kann auf dieser coolen Position links oder rechts eingesetzt werden») mit den Massen 176 cm gross und 70 Kilo schwer geht unter «Leichtgewicht» durch. Sein Ziel ist klar: «Natürlich hoffe ich, dass ich mich weiterhin positiv entwickeln kann und strebe deshalb in der ersten Mannschaft einen Stammplatz an. Mir ist aber bewusst, dass die Konkurrenz gewaltig ist.» Möglicherweise wird die noch grösser, wenn der FCZ nächste Saison wieder in der Super League mitwirkt. Nicolas Stettler muss aber nichts erzwingen, sein Vertrag läuft noch bis 2019.
Einer freut sich besonders, wenn er fest stellt, dass er wieder zum Einsatz gekommen ist: Peter Läubli. Der ehemalige Präsident des FC Wängi beginnt zu strahlen, wenn er über Nicolas Stettler spricht: «Man hat bei ihm früh gesehen, dass er mit eisernem Willen einiges erreichen kann. Ich mag ihm den Aufstieg zur nationalen Elite gönnen.» Dann muss er herzhaft lachen: «Schliesslich habe ich damals das Übertritts-Gesuch vom FCW zum FCZ unterschrieben.» 

Ruedi Stettler