Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 01.11.2017

Begegnungszone – wie weiter?

Die Zukunft der Begegnungszone wird heiss diskutiert: Der Stadtrat plant, die Freiestrasse in die Begegnungszone miteinzubeziehen und entsprechend umzugestalten. Dagegen wehren sich die vier Gemeinderäte Andreas Elliker (SVP), Stefan Geiges (CVP), Romeo Küng (SVP) und Sandro Erne (FDP). Sie lancierten eine Petition, die sie am 5. Mai 2017 mit mehr als 600 Unterschriften eingereicht haben. Der Stadtrat hat sich damit in seiner Sitzung vom 17. Oktober befasst und auf die Petition geantwortet.

 

 

Fahrplan für die Umgestaltung
Die im Sommer 2016 eingeführte Begegnungszone in der Zürcherstrasse, Kirch- und Mittelgasse zeigte gemäss dem Stadtrat die gewünschten Erfolge: Dank der Verkehrsberuhigung und anderen Massnahmen sei es gelungen, die Kundenfrequenzen in der Altstadt zu halten. Die Aufwertung der Innenstadt soll weiter vorangetrieben werden. In zahlreichen Diskussionen mit der Bevölkerung habe sich die Mehrheit für eine verkehrsberuhigte Freiestrasse ausgesprochen. Auf dieser Grundlage hat der Stadtrat die Planung der Ausweitung auf die Freiestrasse in die Hand genommen. Ziel sei es, die Freiestrasse im Jahr 2019 umzugestalten.

Parkplätze sichern
Den Initianten der vorgebrachten Petition ist in erster Linie daran gelegen, die Parkplätze in der Freiestrasse und die Zufahrt beizubehalten. Das Gewerbe sei darauf angewiesen. Der Stadtrat versichert, dass es auch in seinem Interesse liegt, das Gewerbe nicht einzuschränken. Die Interessengemeinschaft Frauenfelder Innenstadt habe die aufgezeigte Ausrichtung für eine Umgestaltung der Freiestrasse unterstützt. Die Parkplätze in der Freiestrasse könnten nur dann reduziert werden, wenn attraktive Nutzungen für das Gewerbe und die Bevölkerung an deren Stelle treten würden. Erhebungen der Stadt zufolge gebe es im Bereich Altstadt und Innenstadt ausreichend Parkplätze. Neben dem Neubau des Parkhauses Altstadt, das 2015 realisiert wurde, seien künftig weitere Parkierungsanlagen geplant.

Gewerbe stärken
Die Petitionäre befürchten, dass die Freiestrasse bei Veranstaltungen durchgehend gesperrt werden könnte. Für das Gewerbe sowie die Blaulichtorganisationen sei es erforderlich, den Zugang jederzeit zu gewährleisten. Der Stadtrat entkräftet diesen Einwand. Das Verkehrsregime in der Freiestrasse soll gegenüber heute nicht verändert werden.
In der Nutzungsstrategie des Stadtrats sei ein umsichtiges Vorgehen festgelegt, das Rücksicht auf das Gewerbe nimmt. Die Analysen der letzten Jahre, die zusammen mit Fachleuten und Betroffenen wie Gewerbetreibenden, Anwohnern und Eigentümern durchgeführt wurden, seien darauf ausgelegt, die Frauenfelder Innenstadt in eine möglichst erfolgsversprechende Zukunft zu führen.

Weitere Forderungen
Die Petition verlangt, dass die Massnahmen in der Innenstadt mit dem Projekt einer Umfahrungsstrasse abgestimmt werden sollen. Der Stadtrat erwidert, dass die Pläne für die Freie­strasse nicht mit der Umfahrungsstrasse zusammenhängen. Die beiden Vorhaben würden unabhängig voneinander bearbeitet.
Der Forderung der Petition, möglichst nur mobile Installation für die Freie­strasse einzuplanen, kann der Stadtrat entgegenkommen: Die Flexibilität in der Neugestaltung der Freiestrasse käme grosse Bedeutung zu. Dem Gewerbe würde der erforderliche Spielraum zugestanden. Installationen sollen ebenso einfach demontiert wie errichtet werden können.

Für eine attraktive Innenstadt
Der Stadtrat ist überzeugt, mit dem eingeschlagenen Weg die Voraussetzungen zu schaffen, um die Altstadt als attraktiven Begegnungsort zu positionieren. Eine einseitige Ausrichtung auf den Verkehr würde den heutigen Strukturen nicht gerecht. Die Nutzungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum sollen das Potenzial einer schönen und belebten Altstadt ausschöpfen.

Miriam Waldvogel



Die Antwort
des Stadtrates im Original­wortlaut ist auf der Website der Stadt unter folgendem Link nachzulesen: http://bit.ly/2gVlII8