Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 10.01.2019

Hexenhüsli vor Wiederaufbau

Das Hexenhüsli aus dem Jahre 1851, das im Dezember 2017 an der Bachstrasse 5 abgebaut wurde, ist vor dem Wiederaufbau. Ab Mittwoch liegt das Baugesuch für das ehemalige Rebhäuschen mit dem Grundriss von 6,40 mal 3,80 Meter öffentlich auf.

 

 

Mit dem neuen Baureglement der Stadt Frauenfeld, das auf den Jahresbeginn in Kraft getreten ist, fiel gewissermassen auch der Startschuss für den Wiederaufbau des Hexenhüslis. Denn mit dem neuen Regelwerk wurde der Grenzabstand für Kleinbauten von drei Meter auf zwei Meter reduziert. Damit ist die Fläche für den Wiederaufbau des kleinen Rebhauses neben der alten Trotte am Höhenweg 6 in Huben nun genügend gross.

Ein besonderer Moment
Für Architekt Gabriel Müller ist das ein wichtiger Moment. Denn damit tritt ein Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt, in eine wichtige Phase. Müller hofft, im Frühjahr mit dem Aufbau beginnen zu können. Dabei werden ihn wie bereits beim Abbau zahlreiche Freunde, Bekannte und weitere Freiwillige unterstützen.

Für Nachwelt erhalten
Die Kosten für Abbau, Einlagerung und Wiederaufbau des Rebhauses bewegen sich in sechsstelliger Höhe. Dies ist verhältnismässig viel für ein Projekt, für das es noch keinen festen Verwendungszweck gibt. Gabriel Müller: «Es gibt zwar einige Ideen, fixiert ist aber noch nichts». Die künftige Nutzung steht für ihn aber auch nicht im Vordergrund – ihm war und ist es wichtig, den kleinen Riegelbau aus dem Jahr 1851 der Nachwelt zu erhalten und der Abbruchwelle in Frauenfeld einen klaren Gegenpunkt zu setzen.

Abbau und Wiederaufbau
Ursprünglich stand das Rebhaus an der Bachstrasse 5 zwischen Zürcherstrasse und Murg. Wegen dem Bau einer Tiefgarage für die Wohnbauten, die mittlerweile bereits bezogen sind, musste es aber weichen. Kurzerhand entschloss sich der Architekt, das Häuschen abzubauen und an einem anderen Standort wieder aufzubauen. Deshalb wurde das Hexenhüsli sorgfältig zurückgebaut und die Bausubstanz – Bodenbretter, Fenster, Türen, Decken, Dachstuhl und Ziegel – in der alten Trotte in Huben, die Gabriel Müller gehört, zwischengelagert.
Nun ist er voller Vorfreude auf den Wiederaufbau, der auch von fleissigen Helfern und Geldspenden unterstützt wird: «Der kleine Riegelbau wird in Huben neben der alten Trotte einen besonderen Akzent setzen, da bin ich mir sicher».  Andreas Anderegg