Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 07.08.2019

Friedliches Miteinander am buntesten Gartenfest der Stadt

Das Festival Out in the Green Garden lockte am Wochenende Musikfreunde aus der ganzen Region in den Murg-Auen-Park. Dabei war die Stimmung direkt vor der Bühne genauso gut wie in den zahlreichen gemütlichen Ecken auf dem Festivalgelände.

 

 

Das Out in the Green Garden hat sich in den letzten Jahren als beliebtes alternatives Festival etabliert. Auch in diesem Jahr präsentiert sich die Veranstaltung charmant bodenständig: Statt Werbebanner von Grosskonzernen empfangen bunte Girlanden die Besucherinnen und Besucher, statt in Partyzelten entspannt man im liebevoll gestalteten Hängemattenpark. Dass das Miteinander hier wichtiger ist als der Profit, zeigt sich auch an der Kasse: Jeder Gast zahlt so viel Eintritt, wie das individuelle Budget erlaubt. Von diesem Gemeinschaftsgeist lebt das Festival. Sämtliche OK-Mitglieder sowie die rund 100 Helferinnen und Helfer arbeiten ehrenamtlich. Trotzdem gelingt es ihnen jedes Jahr, ein professionelles und doch familiäres Festival auf die Beine zu stellen. Das Publikum war gut durchmischt, von den Kleinsten, die mit grossen Augen und gut geschützten Ohren in der ersten Reihe tanzten, bis zu den Älteren, die aus der Distanz mitwippten. Auf dem Grill brutzelten anatolische Fleischspiesse, das Bier war kühl und die Sonne schien – die beste Ausgangslage für ein gelungenes Fest.

Maximale Besucherzahl erreicht
Das Engagement des OKs wurde belohnt: Am Freitag und Samstag war das Festival ausverkauft – die maximalen Kapazitäten wurden erreicht; am Samstag mussten sogar Wartende abgewiesen werden. Mit dem Familienprogramm am Sonntag besuchten knapp 3000 Gäste das Gelände. Trotz des Andrangs lief das Festival friedlich ab, wie OK-Mitglied Johannes Eiholzer bestätigt. Nennenswerte Zwischenfälle habe es keine gegeben, das OK sei aufs Neue überwältigt von der Wertschätzung des Publikums. Dass dieses Jahr erstmals keine eigenen Getränke auf das Gelände mitgebracht werden durften, hätten die Besucherinnen und Besucher gut akzeptiert. «Welch starke Auswirkungen dies jedoch auf den Andrang der Bar hat, haben wir unterschätzt», gesteht Johannes Eiholzer. Er dankt den Gästen für die Geduld und verspricht, bei der nächsten Ausgabe die Kapazitäten an der Bar auszubauen.

30 Acts auf den Bühnen
Der Zustrom lag aber sicher auch am guten Händchen für ein frisches, vielfältiges Musikprogramm mit rund 30 Acts. Der Freitag war geprägt von Beats und Rap: Höhepunkte waren die Shows der beiden Rapperinnen ZZ Amparo und KT Gorique. Letztere war vor drei Wochen schon am Openair Frauenfeld aufgetreten und überzeugte auch im kleinen Rahmen mit frankophonem Hiphop.
Am Samstagabend übernahmen Gitarren die Bühne: ungeschliffener Punk aus Konstanz (Bikini Beach), energiegeladener Rock aus Holland (De Staat) und swingender Rockabilly aus Zürich (Hillbilly Moon Explosion). Ein Heimspiel feierten die Musiker von Yagua; die Frauenfelder Combo, die aus der Band Franky Four Fingers hervorging, präsentierte ihre neue Platte. Im Rampenlicht stand dabei ein bekanntes Gesicht: Frontmann Johannes Eiholzer, der auch hinter den Kulissen des Festivals sowie auf der Bühne der Stadtpolitik wirkt.
Nach den Konzerten war jeweils noch lange nicht Schluss: Auf dem «Gelände B» unter der Brücke bei der Militärstrasse ging die Party mit elektronischer Musik bis in den frühen Morgen weiter, inklusive Lichtinstallationen, atmosphärischen Visuals, selbstgemachter Käfigbar und natürlich satten Sounds.

Jubiläum im nächsten Jahr
Das OK sei nach den drei intensiven Tagen «erschöpft, aber sehr zufrieden». Es dankt den zahlreichen Gästen des Festivals und der Bevölkerung Frauenfelds für ihre Toleranz. Nach dem Fes-tival ist vor dem Festival: Im nächsten Jahr feiert das Out in the Green Garden zehnjähriges Jubiläum – der Rahmen wird dabei im Grossen und Ganzen wohl der diesjährigen Ausgabe entsprechen. Das Wochenende vom 31. Juli bis 2. August 2020 darf man sich schon einmal vormerken.

Miriam Waldvogel

 

 

Friedliches Miteinander am buntesten Gartenfest der Stadt

 

 

Friedliches Miteinander am buntesten Gartenfest der Stadt