Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 30.10.2019

Zeitzone Frauenfeld

Das letzte Stündlein hat für die Zeitumstellung geschlagen, seit die EU Anfang des Jahres ihre Abschaffung beschlossen hat. Und trotzdem drehen wir wie letzten Sonntag noch immer zweimal jährlich an der Uhr; wir stecken fest im Korsett, in das wir die Zeit vor gut 30 Jahren gezwängt haben. Schliesslich kann kein Land die Zeitrechnung im Alleingang ändern – von Polen bis Spanien herrscht heute die gleiche Zeit.

 

 

Während verschiedene Zeitrechnungen in Europa für Verwirrung sorgen würden, könnten sie lokal jedoch die Lösung vieler Probleme sein. Stellen Sie sich vor, Frauenfeld wäre in zwei Zeitzonen aufgeteilt – statt der «Greenwich Mean Time» gälte hier die «Murg Mean Time»: Alle Bewohnerinnen und Bewohner südlich der Murg stellen die Uhr eine Stunde zurück, und schon hätte sich die Frage nach einem Tunnel zur Verkehrsentlastung erledigt. Zur Feier­abendzeit macht sich dann nur die Hälfte der Stadtbevölkerung auf den Nachhauseweg – die andere Hälfte arbeitet noch eine weitere Stunde, sie hätte auch eine Stunde später angefangen. Samstags wären die Parkplätze in der Stadt viel gleichmässiger belegt, und wir kämen stressfreier aneinander vorbei.
Der einzige Nachteil wäre allerdings der Jetlag, den man sich nach einer Fahrt von Huben ins Kurzdorf holen würde.

Miriam Waldvogel