Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 24.06.2020

Die Innenstadt soll leben

Gartenbeizli, grüne Gestaltung, ein umgebauter Bus und ein Riesenrad

Frauenfelds Zentrum soll weiter belebt werden. Das ist das Ziel eines Aktivitätenprogramms des Stadtrates sowie dem lancierten Projekt «Miteinander Frauenfeld gestalten», die parallel laufen. Viele Beteiligte werden eingebunden und diesen Sommer gibt es bereits diverse Attraktionen und Angebote.

 

 

Die Frauenfelder Innenstadt attraktiv halten und weiter stärken. Das ist gemäss Stadtpräsident Anders Stokholm die Marschrichtung des Projekts MFG, kurz für «Miteinander Frauenfeld gestalten» und eines Aktivitätenprogramms des Stadtrates. Im Hintergrund beschäftige man sich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema Belebung der Innenstadt. Am Montag nun informierte die Stadt, gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Frauenfelder Innenstadt (IG FIT) und der Regio Frauenfeld über den aktuellen Stand der Dinge. «Wir wollten erst an die Öffentlichkeit, wenn wir etwas handfestes liefern können», so Stokholm weiter. Das ist nun sowohl beim Aktivitätenprogramm als auch beim Projekt MFG der Fall.

Ideen gesucht
Die vom Stadtrat beschlossene gestaffelte Öffnung des öffentlichen Raums bietet die Möglichkeit, bestehende Angebote zu erweitern und neue Angebote zu lancieren. Darum wurden Gewerbe, Gastronomie und Interessierte eingeladen, Ideen einzubringen. Entstanden ist ein Gesamtpaket mit Angeboten aus Unterhaltung, Gastronomie, Kultur und Detailhandel, das in der gesamten Innenstadt vom Unteren Mätteli über die Altstadt bis zum Burstelpark den ganzen Sommer eine einladende Atmosphäre zum Verweilen schaffen soll. «Es sind so viele Ideen eingegangen, dass beschlossen wurde, alle öffentlichen Räume in der Innenstadt bis Ende des Jahres unentgeltlich zur Verfügung zu stellen», sagt Sabina Ruff, Leiterin ad interim des Amtes für Kommunikation und Wirtschaftsförderung.

Attraktives Angebot schaffen
Man will auf den bestehenden Erkenntnissen aufbauen und das Angebot weiterentwickeln. In den letzten Jahren habe man doch unter anderem mit Fahnen und zusätzlichen Sitzgelegenheiten für eine lebendigere Innenstadt gesorgt. Konkrete Aktionen für diesen Sommer sind bereits bekannt. In der Altstadt haben sich die Bistros «La Trouvaille» und «La Terrasse» mit dem Landschaftsgärtnerverband Jardin-Suisse und Detailhandelsgeschäften zusammengetan. Gemeinsam bewirten sie die Bevölkerung und betreiben einen Verkaufsstand, Jardin-Suisse sorgt für grüne Akzente. Die Restaurants «Molino» und «Scharfes Eck» erweitern ihre Gartenwirtschaften, während Buvetten an verschiedenen Standorten ab Juli zum Verweilen einladen. Sabina Ruff stellt allerdings klar: «Alle zusätzlichen Angebote sind bewilligungspflichtig. Es kann nicht jeder kommen und einfach machen».

Riesenrad für besonderen Ausblick
Der sicher überraschendste Punkt im Aktivitätenprogramm: Ein Riesenrad soll aufgestellt werden. Dafür wird derzeit aber noch ein geeigneter Standort gesucht. Ab Anfang Juli findet jeden Samstag wiederum der Winzer-Apéro in der Freie Strasse statt. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie das Open-Air-Kino im Hof des Staatsarchivs, Theaterwerkstatt-Aufführungen in der Freie Strasse, «Musig i de Stadt» und zusätzliche Gartenplätze des Vereins Offenes Gärtnern in Frauenfeld (ogif) tragen ebenfalls zu einer lebendigen Innenstadt bei.
Auf dem Unteren Mätteli wird ein weiteres Highlight des Sommers wohl ab August zu Hause sein. Der Verein «Fründeskreis» stellt dort einen umgebauten Linienbus auf. Dieser soll mit Kultur und einem Verpflegungsangebot zum Verweilen einladen. Nicht zuletzt werden auch im Tourismus besondere Angebote lanciert. Das Hotel Blumenstein offeriert beispielsweise Gratisnächte sowie besonders attraktive Konditionen.

Vorhandenes Potenzial ausschöpfen
Aber nicht nur das Aktivitätenprogramm soll für Leben sorgen. Bei der Stadt setzt man auf doppelte Belebung. Denn auch das Projekt «Miteinander Frauenfeld gestalten» (MFG) ist angelaufen. Mit diesem soll bis 2022 die Frauenfelder Innenstadt als Lebens-, Wirtschafts- aber auch als Wohnraum zum Nutzen der ganzen Region gestärkt und entwickelt werden. «Wir wollen das Potenzial ausschöpfen, das die Frauenfelder Innenstadt bietet», sagt «MFG»-Projektleiterin Martina Pfiffner. Denn die Innenstadt gilt als Schrittmacher für die regionale Entwicklung. Daher hat der Gemeinderat 2019 auch einen Kredit für die Umsetzung eines Projektes in Höhe von 470 000 Franken gesprochen. «Neben der Bevölkerung werden die Direktbetroffenen in die Arbeiten einbezogen. Insbesondere Detailhandel, Gewerbe, Gastronomie und Liegenschaftseigentümer», so Pfiffner weiter.

Innovationsveranstaltung
Als Massnahme aus dem MFG-Projekt findet am Donnerstag, 2. Juli, von 19 bis 21 Uhr in der Konvikthalle eine Innovationsveranstaltung für Detaillisten und Hauseigentümer statt. Der Eintritt ist frei, im Anschluss ist ein Austausch geplant. Der Detailhandels-Experte Chalid El Ashker referiert über Trends im Einzelhandel und liefert Ideen, wie verdecktes Potenzial nutzbar gemacht werden kann. Er sagt: «Trotz der Digitalisierung und dem Umstand, dass man alles online einkaufen kann, bevorzugten noch immer viele Menschen, physisch in einem Laden einzukaufen». Der Anlass wird von der Stadt Frauenfeld sowie der IG FIT organisiert. Deren Präsident Christian Wälchli sagt: «Wir wollen nicht Konzept über Konzept schreiben. Wir wollen nah bei den Leuten sein und ihre Ideen, Bedürfnisse und Meinungen abholen». An einer Folgeveranstaltung im August wird die Optimierung der Flächenproduktivität thematisiert.
Michael Anderegg