Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 02.07.2020

Haftstrafe für Diplomfälscher

Das Bezirksgericht Frauenfeld verurteilte einen 40-jährigen Schweizer wegen Drohung, Fälschung von Ausweisen und Widerhandlung gegen das Arbeitslosenversicherungsgesetz zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten.

 

 

Der rund 1,60 Meter grosse, 40-jährige Mann im rosa Hemd und schwarzer Hose mit Dreitagebart hatte sich bei der Arbeitslosenversicherung Thurgau zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung angemeldet und dabei falsche Angaben gemacht. Denn statt der vorgegebenen gesundheitlichen Probleme hatte der Angeklagte, der im vorzeitigen Strafvollzug sitzt und in Begleitung eines Polizisten an der Verhandlung teilnahm, die Arbeitsstellen wegen gefälschten Diplomen und Urkunden verloren.
Diese Dokumente hatte er im Internet von ausländischen Institutionen heruntergeladen und mit seinem Namen versehen. Zusammen mit echten Dokumenten und gefälschtem Lebenslauf bewarb er sich bei rund zehn Firmen, wobei er tatsächlich nacheinander mehrere Anstellungen erhielt. Nach Stellenantritt war die Mitwirkung an den Arbeitsplätzen freilich jeweils nur von kurzer Dauer. Denn er verfügte ja nicht über die den Stellenprofilen entsprechenden Fähigkeiten. Entweder liess er sich ziemlich rasch krankschreiben oder wurde später, als die Arbeitgeberin von den gefälschten Unterlagen erfahren hatte, entlassen. In einem anderen Fall wurde er direkt entlassen, als die Arbeitgeberin von den gefälschten Unterlagen erfahren hatte. Im Weiteren hatte der Mann seiner Ex-Freundin per SMS eine Drohung geschickt und diese in Angst und Schrecken versetzt («Dein Ende naht!»).
Der mehrfach vorbestrafte Mann zeigte Reue und bestritt den Sachverhalt nicht. Er sei damals arbeitslos und abhängig von Medikamenten gewesen und habe Geld gebraucht – sagte er.
Das Bezirksgericht unter Leitung von Vizepräsidentin Irene Herzog folgte in seinem Urteil dem Antrag der stellvertretenden Generalstaatsanwältin Sandra Streib, die der Verhandlung ebenfalls beiwohnte. Dieses beinhaltet eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten wegen mehrfacher Fälschung von Ausweisen, Drohung sowie versuchter Widerhandlung gegen das Arbeitslosengesetz. Weiter wurde der Mann aufgrund des Psychiatrischen Gutachtens zu einer ambulanten Massnahme verurteilt. Ebenso hat er die Verfahrenskosten und die Aufwendungen der amtlichen Verteidigung zu tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Andreas Anderegg