Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 09.07.2020

Historischer Greuterhof wird saniert

Keine alltäglichen Arbeiten in Islikon – fünf Monate Bauzeit

Der Greuterhof in Islikon ist derzeit eingerüstet. Die Sanierungsarbeiten laufen trotz Corona-Virus planmässig und sollen Ende August beendet sein. Die alten Räumlichkeiten stellen die Bauleitung hin und wieder vor Herausforderungen - Flexibilität ist gefragt.

 

 

Dass die Sanierungsarbeiten an einem über 225-jährigen Gebäude eine Herausforderung sind, die viel Fingerspitzengefühl benötigen, war allen Beteiligten klar. Gemäss Bauleiter Christoph Biedermann ist der Faktor «Erfahrung» in Sachen historischen Gebäuden daher ein wichtiger Punkt. Denn: «Man muss gegenüber der älteren Bausubstanz Respekt zeigen, sich herantasten und sehr sorgfältig arbeiten». Ausserdem seien immer wieder rasche Lösungen gefordert. Es gilt der Grundsatz: Was nicht unbedingt ersetzt werden muss, wird geflickt. «Ziel ist es, die alte Substanz wo immer möglich zu erhalten», sagt er weiter. Ein Beispiel dafür seien die Fenster, die aus allen Epochen sei dem Bau stammen. Diese werden nicht ausgetauscht, sondern mit neuer Technologie bestmöglich energetisch aufgebessert.

Tüftler und Forscher
Die Sanierung ist eine Gratwanderung zwischen dem Einhalten der Auflagen der Denkmalpflege und dem Einbringen von neuem, architektonischem Wissen. Daher ist für Biedermann, er ist mit Architekt Daniele Zeo für die Sanierung zuständig, der Job so spannend. Beide sind spezialisiert auf die Sanierung alter Häuser. In diesem Zusammenhang sagt Biedermann: «Wir müssen Erfinder, Tüftler und Forscher sein. Das alles mit einer zusätzlichen grossen Portion Leidenschaft». Aus diesem Grund sei auch viel Flexibilität gefordert. So bei
kleineren Überraschungen, die zum Beispiel beim Einbau des neuen Liftschachts – dieser stellt den behindertengerechten Zugang zu den oberen Räumen sicher – zum Vorschein kamen. «Wir trafen auf Leitungen und Kabelinstallationen, die man zuerst zuordnen und entwirren musste», erklärt Daniele Zeo.

Barrierefreier Zugang
Der Greuterhof erhält neben dem neuen Lift auch ein neues Dach sowie eine neue Süd- und Westfassade. Ausserdem werden einige der Seminarräume aufgefrischt, sowie das Treppenhaus und die Toiletten erneuert. Auch eine neue Café-Bar wird gestaltet. Beim Eingang wird zudem eine Hebebühne für den Zugang zum Empfang erstellt. «Der Greuterhof ist dann mit Lift und Hebebühne grösstenteils Barrierefrei», freut sich Stiftungsratspräsident Andreas Jäger. Nur gerade fünf Monate wird die Sanierung dauern. «Wir müssen und werden Ende August fertig sein. Denn ab September sind bereits wieder Seminare gebucht», so Jäger weiter.

Firmen wurden Mitglieder
Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf 2,6 Millionen Franken. Stiftung und Verein steuern 750 000 Franken Eigenmittel bei. Weitere 400 000 Franken kommen von Spenden und Stiftungen dazu, die unter anderem durch eine noch laufende Crowdfunding-Aktion akquiriert wurden. Der Rest soll mit einem Bankkredit gelöst werden. Ausserdem ging man mit allen am Bau beteiligten Firmen eine nachhaltige Partnerschaft ein: «Die Unternehmungen sind nun Mitglieder im Verein und können daher auch von Vorteilen profitieren», so Jäger. Mehrkosten wegen der Corona-Krise sollen nicht anfallen. «Wir konnten in kleinen Gruppen arbeiten und die Küche haben wir kurzerhand als Hygienezone genutzt. Daher gingen die Arbeiten wie geplant voran», erzählt Andreas Jäger abschliessend.

Michael Anderegg

 

 

Historischer Greuterhof wird saniert

 

 

Historischer Greuterhof wird saniert