Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 17.02.2021

Covid-19-Fonds für lokale Hilfe

Einfach und unkompliziert soll es sein

Die Stadt Frauenfeld will die negativen Auswirkungen der Corona-Krise dämpfen. Dafür haben Stadt- und Gemeinderat den Gewinn der Rechnung 2019 in einen Covid-19-Fonds gelegt. 1,26 Millionen Franken warten derzeit auf spannende und nachhaltige Projekte. Gesuche können ab sofort eingereicht werden.

 

 

Seit zehn Monaten steht im Büro von Stadtpräsident Anders Stokholm ein Flipchart. Darauf zu sehen ist das Ergebnis des ersten Brainstormings nach Ausbruch der Corona-Pandemie im letzten März. Zu lesen sind Ideen wie Mieterlasse, Kinderbetreuung oder eine digitale Plattform, die später unter dem Namen «Frauenfeld liefert» lanciert wurde. Auch ein Murg-Batzen in Form eines Gutscheins für den lokalen Einkauf wurde diskutiert. Dieser Vorschlag wurde nach Konsultation von Wirtschaftsexperten allerdings verworfen, weil es keinen nachhaltigen Effekt haben würde. Darum hat man eine andere Idee weiterverfolgt. Nämlich jene eines Unterstützungsfonds. «Im Stadtrat waren wir uns schnell bewusst, dass die Krise gröbere Auswirkungen haben wird», sagte Anders Stokholm.

Zukunftsgerichtete Projekte
Aus dieser Idee heraus entstand der Covid-19-Fonds. «Wir haben ein Instrument geschaffen, das genau dort greifen soll, wo keine anderen staatlichen Mittel wie Kurzarbeit, Härtefallprogramm oder Erwerbsersatz zur Verfügung stehen», sagte Anders Stokholm. Gefragt seien zukunftsgerichtete Lösungsansätze für Probleme, die während der Corona-Krise aufgetreten sind. Profitieren von den à fonds perdu-Beiträgen können Betriebe, Wirtschaftsverbände, Vereine, Stiftungen und Genossenschaften mit Sitz in der Stadt Frauenfeld. Die Beiträge sollen keine Unterstützung an Betriebskosten sein.
Der Fonds sei so konzipiert, dass ohne grosse Bürokratie Gelder gesprochen werden können. Peter Koch, Leiter Amt für Kommunikation und Wirtschaftsförderung, ruft daher dazu auf: «Jetzt ist nicht die Zeit für Scham. Reichen Sie Gesuche ein!»

Tiefe Hürden
Bei der Erarbeitung des Fonds habe man besonders darauf geachtet, dass die Eingabe eines Gesuches ohne grossen Aufwand möglich ist. «Wir verlangen keine ausgefeilten Konzepte, sondern lediglich einen Projektbeschrieb, der Ziele, Innovation, Massnahmen und die Kosten festhält», erklärt Peter Koch. Die Höhe der Beiträge ist nicht limitiert. Es wird aber ein Finanzplan verlangt, der Eigenleistungen und allfällige Beiträge Dritter ausweist. Ziel sei, den administrativen Aufwand und die damit verbundenen Hürden tief zu halten.

Innert Monatsfrist
Eingereicht werden können die Anträge online unter www.frauenfeld.ch/fondscovid19. Es genügt, ein einfaches Formular auszufüllen sowie Projektbeschrieb und Finanzplan hochzuladen. Die Anträge werden anschliessend durch eine Fachjury geprüft, deren Vorsitz der Stadtpräsident hat. Die Fachjury entscheidet abschliessend und es besteht kein Rechtsanspruch. Die Beitragsgewährung kann unter Umständen mit Auflagen verbunden sein.
Wie anders Stokholm sagt, hat man bereits monatliche Sitzungen im Terminkalender fixiert, um Gesuche zu prüfen und zu besprechen. «Bei kleineren Beträgen bekommt der Gesuchsteller innert Monatsfrist eine Antwort.» Grössere Beiträge müssen je nach Höhe von Stadt- oder Gemeinderat abgesegnet werden.
Der Fonds ist zweckgebunden – Zuweisungen aus Legaten, Spenden oder Schenkungen sind möglich. Wer solche Unterstützungsgelder erhält, wird von der Stadt nicht kommuniziert. Anders Stokholm erwartet, dass 50 bis 60 Gesuche eingehen werden, allerdings nicht alle auf einmal. 

Michael Anderegg

www.frauenfeld.ch/fondscovid19