Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 17.02.2021

Interview mit Martin Bührer, Gemeindepräsident von Ellikon an der Thur

«Im alltäglichen Wahnsinn gewinnt die Gelassenheit»

Welcher Leit- oder Grundsatz begleitet Sie als Gemeindepräsident durch den Alltag?
Im gemeindeeigenen Leitbild haben wir unter anderem den Leitsatz: «Wir begegnen einander mit Achtung, Toleranz und Wertschätzung». Dieser Leitsatz erscheint mir mit den coronabedingten Einschränkungen wichtiger denn je. Und ich würde diesen Leitsatz in der aktuellen Zeit noch ergänzen wollen mit: «Im alltäglichen Wahnsinn gewinnt die Gelassenheit».

 

 

Welche Herausforderungen stellen sich Ihrer Gemeinde – abgesehen von der Bewältigung der Corona-Krise – in den kommenden Wochen und Monaten?
Die komplette Überarbeitung der Bau- und Zonenordnung und auch das Schutzinventar mit all ihren Facetten müssen den aktuellen, gesetzgeberischen Vorgaben angepasst werden. Eine echte Herausforderung für Gemeinderat und Verwaltung.

Wie schätzen Sie die verkehrstechnische Lage Ihrer Gemeinde ein (ÖV und Individualverkehr) und gibt es Verbesserungspotenzial oder -bedarf?
Ellikon an der Thur ist per Postauto im Halbstundentakt Richtung Winterthur / Zürich gut erschlossen (Bahnhof Rickenbach-Attikon). Leider fehlt uns eine Verbindung Richtung Frauenfeld, welche auch gut mit unseren Thurgauer Nachbargemeinden koordiniert werden könnte. Wir arbeiten gemeinsam daran.

Welche Projekte sind aktuell die Wichtigsten für Ihre Gemeinde?
Im laufenden Jahr werden uns wichtige, zukunftsweisende Projekte begleiten. Insbesondere hervorheben möchte ich hier das regionale Zusammenarbeitsprojekte der Gemeinden Ellikon an der Thur, Rickenbach ZH, Dinhard und Altikon. Nebst der bisherigen, gut funktionierenden Zusammenarbeit, wollen wir diese nun auch auf die Bereiche «Werkbetriebe und Bauamt» erweitern.
Zudem soll die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in eine neue Organisationsform überführt werden. In diesem Projekt sind, nebst vier Zürcher Gemeinden, auch drei Thurgauer Gemeinden ganz oder mit Teilgebieten involviert: Frauenfeld, Uesslingen-Buch und Gachnang.

Was zeichnet Ihre Gemeinde aus?
Die Gemeinde Ellikon an der Thur wird im 2021 ein Bevölkerungswachstum von zirka 15 Prozent erfahren. Trotzdem: Ellikon an der Thur bleibt ein ländlich geprägtes Dorf mitten in einem sehr schönen und variantenreichen Erholungsgebiet am östlichen Rand des zürcherischen Weinlandes. Wir sind eine Gemeinde für Menschen, welche Erholung vom Alltagsstress suchen und zusammen mit ihrer Familie in einem beschaulichen Umfeld leben und sich erholen wollen.

Haben Sie einen Wunsch an Ihre Bevölkerung?
In den letzten Jahren, so scheint es, ist die Bevölkerung wieder näher zusammengerückt. Das ist ein Verdienst aller Einwohnerinnen und Einwohner. Und so bleibt mir nur der Wunsch, dass das Miteinander in der Gemeinde weiterhin gestärkt werden kann und Bestand haben soll.

Vielen Dank für das Interview.

Michael Anderegg