Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 07.07.2021

Christina Aus der Au wird Thurgauer Kirchenrats­präsidentin

Am Montag wurde in der Festhalle Rüegerholz gewählt

Erstmals seit Bestehen der Thurgauer Landeskirche wird mit Christina Aus der Au eine Frau das Kirchenratspräsidium führen. Die Frauenfelderin tritt am 1. Juni 2022 die Nachfolge von Kirchenratspräsident Pfarrer Wilfried Bührer an.

 

 

Die Evangelische Synode im Thurgau hat am Montag, 5. Juni, Christina Aus der Au mit 67 von insgesamt 113 Stimmen zur neuen Kirchenratspräsidentin gewählt. Auf Pfarrer Paul Wellauer aus Bischofszell entfielen 46 Stimmen. Nötig wurde die Ersatzwahl, weil Kirchenratspräsident Pfarrer Wilfried Bührer aus Altersgründen per 31. Mai 2022 vom Amt zurück tritt. Aus der Au tritt ihr neues Amt für die restliche Amtsdauer bis 31. Mai 2024 am 1. Juni 2022 an. In Kirche und Kanton verwurzelt Die 55-Jährige Theologin ist in Märstetten aufgewachsen und wohnt heute mit ihrer Familie in Frauenfeld. Als Dozentin an der PH Thurgau unterrichtet Aus der Au den Fachbereich Religionen, Ethik und Politik. Auch in der kirchlichen Erwachsenenbildung durch Landeskirche und Kirchgemeinde verfügt sie über langjährige Erfahrung und in der Synode wirkte sie in verschiedenen Kommissionen mit. Als «Fan der Thurgauer Landeskirche», wie sie sich selbst bezeichnet, sagte Aus der Au nach ihrer Wahl mit den Worten: «Um mein Amt auszuführen brauche ich euch alle. Lasst uns die Hände reichen, zusammen stehen und unsere Vielfalt zeigen.» Paul Wellauer gratulierte der Wahlgewinnerin. Er bedankte sich bei seinen Unterstützerinnen und Unterstützern und bat sie, nicht zuzulassen, dass Gräben aufgerissen werden: «Wir brauen alle an unserer Thurgauer Landeskirche». Weil dem Thurgauer Kirchenrat mindestens zwei ordinierte Amtspersonen angehören müssen, wird die Synode am 29. November 2021 eine zweite ordinierte Amtsperson wählen. Der Kirchenrat wird damit von fünf auf sechs Mitglieder erweitert. 

(zvg)


Steuern und Corona führen zum Rekordüberschuss
Die Evangelische Synode genehmigte zudem die Rechnung 2020 mit einen Rekordüberschuss von 620 000 Franken. Der deutlich bessere Abschluss ist auf höhere Steuereingänge zurückzuführen und auf Minderausgaben wegen Corona-bedingter Absagen von Veranstaltungen. Mit der Ersatzwahl in vier Gemeinden sind nun alle 120 Synodesitze wieder besetzt, gab der Kirchenrat bekannt. Auch der vakante Sitz als Stimmenzähler im Synodebüro ist wieder besetzt. In geheimer Wahl wählte die Synode Heinz Lanz aus Kreuzlingen mit 59 Stimmen. Weiter wurde die Revision der Besoldungsverordnung mit Anpassungen einstimmig angenommen. Neu wird beim Lohnanstieg von Pfarrpersonen und Ordinierten im Diakonat unterschieden zwischen der beruflichen Erfahrung in den ersten 10 Jahren und in den weiteren Berufsjahren.
(zvg)