Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 18.01.2023

Der «Obstgarten» öffnet wieder

Nach über einem Jahr Unterbruch

Der «Obstgarten» in Huben war seit Ende Dezember 2021 geschlossen. Schmerzlich vermisst wurde die Quartierbeiz, die erst einige Monate zuvor komplett saniert worden war. Seit über einem Jahr sind die Türen zu – bis jetzt. Am 1. Februar öffnet das Restaurant unter der Leitung von Geschäftsleiter Ajrula Mustafi wieder die Tore.

 

 

Die Wirtschaft zum Obstgarten, wie der «Obstgarten» komplett heisst, hat eine bewegte Vergangenheit. Damit ist nicht die gesamte Geschichte seit der ersten Eröffnung als Gaststube 1858 gemeint, sondern alleine die letzten paar Jahre. Vor fünf Jahren war das Restaurant am Spitalkreisel noch ein Abbruchobjekt, zwischenzeitlich war es gar ein Politikum. Dann kam die grosse Kernsanierung und Wirt Paul Geiger. Aus der Bruchbude wurde ein Vorzeigeobjekt, das Anfang 2020 in neuem Glanz erstrahlte, aber ein Jahr später Ende Dezember 2021 die Türen wieder schliessen musste. Bis jetzt. Ajrula Mustafi, ein gebürtiger Italiener, will den Obstgarten wieder mit Leben füllen. Am 1. Februar soll es losgehen.

Viel Erfahrung
Die Liebe brachte Ajrula Mustafi vor zwei Jahren in die Schweiz. Der 33-Jährige bringt einige Gastro-Erfahrung mit. Er besuchte fünf Jahre die Gastro- und Managementschule und war in Ancona bereits mehrere Jahre Geschäftsleiter eines Restaurants. «Ich leitete ein traditionelles Restaurant. Der Obstgarten ist auch ein Betrieb mit Tradition, das passt perfekt», sagt Ajrula Mustafi. Mit sich bringt er viele Ideen, die er gerne umsetzen möchte. «Ich probiere auch gerne Neues aus», sagt er über sich selbst. Vom Obstgarten indes ist er begeistert: «Die Infrastruktur ist hervorragend».

Geteiltes Angebot
Im Obstgarten will Ajrula Mustafi eine Mischung aus traditioneller Italienischer und traditioneller Schweizer Küche anbieten. Sein Team sei fast komplett, nur ein Schweizer Koch fehle ihm derzeit noch. Der 33-Jährige weiss, was er will. «Unsere Zutaten werden immer frisch und aus der Region sein. Dasselbe gilt für Fleisch und Fisch». Um dies zu gewährleisten, will er auch die Speisekarte nicht zu üppig gestalten. «Sind darauf zu viele Gerichte, ist es unmöglich, immer frische Zutaten zu verwenden und eine gute Qualität zu garantieren», erklärt Ajrula Mustafi. In Sachen Wein wird es sowohl ein regionales, als auch ein italienisches Angebot geben. Auf der Speisekarte stehen für die Mittagszeit diverse, sich ändernde Mittagsmenüs und natürlich ist auch wie jeweils am Abend à la carte möglich. Im Sommer gibt es im Garten selbstgemachte Gelati.

Veranstaltungen geplant
Geplant sind auch regelmässige Events. Beispielsweise einmal im Monat etwas für wohltätige Zwecke. Zum Start wird der «Obstgarten» sieben Tage die Woche geöffnet sein. «Wir wollen herausfinden, wie das Bedürfnis der Frauenfelderinnen und Frauenfelder ist und dann mit der Zeit unsere Öffnungszeiten anpassen und sicher einen Tag in der Woche schliessen», so Ajrula Mustafi. Unterstützt wird der Geschäftsleiter übrigens auch von seinen beiden Brüdern, die beide ebenfalls Erfahrungen in der Gastrobranche mitbringen und schon einige Jahre länger in der Schweiz leben. Für Ajrula Mustafi ist klar: «Ich komme hier her, um zu bleiben. Ich will mich hier selbst verwirklichen, gutes Essen und eine tolle Atmosphäre bieten. Die Gastronomie ist für mich nicht nur Arbeit, sie ist meine Passion».

Michael Anderegg