Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 22.05.2024

Eröffnung der «Aktionstage Behindertenrechte»

Inklusion gehört zu den Themen, welche die Gesellschaft derzeit am stärksten beschäftigen. Sie hat auf die unterschiedlichen Bereiche unseres Lebens einen grossen Einfluss, sowohl beruflich als auch privat. Die zentrale Idee der Inklusion ist, dass Menschen mit und ohne Behinderung selbstbestimmt zusammenleben. Das ist das Ziel. Jeder Mensch soll an allen Lebensbereichen barrierefrei teilnehmen können, ob Arbeitsplatz, Bildungsinstitution, Wohnen oder Freizeit.

 

 

Vom 15. Mai bis 15. Juni 2024 führen die Kantone in Zusammenarbeit mit dem Bund zum ersten Mal die Aktionstage «Behindertenrechte» durch – so auch der Kanton Thurgau. Während dieser Tage finden unterschiedliche Aktionen statt, die etwa Hindernisse im Alltag sichtbar und erlebbar machen und praktisches Wissen vermitteln.


Regierungsratspräsident Urs Martin begrüsst alle anwesenden Aktionspartner und Aktionspartnerinnen und eröffnete die Medienkonferenz am 17. Mai 2024 mit einem Rückblick darauf, was den Aktionstagen im Kanton Thurgau bereits vorausgegangen ist. Im Jahr 2022 wurde dem Sozialamt der Auftrag erteilt, einen Grundlagenbericht zur Umsetzung der 2014 durch die Schweiz ratifizierten UNO-Behindertenrechtskonvention zu erstellen, um die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung im Kanton Thurgau zu erfassen. Ein wichtiges Resultat dieses Berichtes war die Erkenntnis, dass es ein breiteres gesellschaftliches Verständnis braucht, um Inklusion zu fördern.


In diesem Kontext hat der Kanton Thurgau die erstmals schweizweit stattfindenden Aktionstage «Behindertenrechte 2024» unter dem Motto «Zukunft Inklusion» zum Anlass genommen, einen Beitrag zur Förderung der Inklusion zu leisten.


Stephan Eckhart führte aus, dass der Kanton Thurgau, gemeinsam mit den Aktionspartnern und Aktionspartnerinnen ein Zeichen für Gleichstellung, Partizipation und Zugänglichkeit setze. Unter dem Motto «Miteinander statt nebeneinander» finden über 40 Aktionen im Kanton Thurgau statt.


Susanne Ruthishauser berichtet von ihrem Leben mit Beeinträchtigung. Sie kann auf Erfahrungen aus dem ersten, zweiten und dritten Arbeitsmarkt zurückblicken. Inzwischen arbeitet sie in einem Nischenarbeitsplatz. Mit der Unterstützung, die sie erhält, kann sie selbstständig wohnen. Die Möglichkeit, zwischen unterschiedlicher Unterstützungsintensivität zu wählen, wünscht sie auch anderen Menschen mit Behinderung. Dafür brauche es Mut, Eigeninitiative wie auch Zutrauen von Anderen.


Abschliessend berichtet Charlotte Mäder, die als Geschäftsstellenleiterin von «TAB Freizeit und Bildung» mehrere Aktionen im Kanton Thurgau mitinitiiert hat, aus ihrem Berufsalltag, in dem Inklusion und die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung im Zentrum steht. 


Es ist denkbar, dass nach 2024 beispielsweise im Zwei-Jahres-Rhythmus erneut nationale Aktionstage stattfinden. Informationen zu den diesjährigen Aktionen sind auf der Internetseite www.zukunft-inklusion.ch/tg/kalender zu finden. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, an den Aktionen teilzunehmen.  


(id)