Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 29.05.2024

Gemeinschaftsstärkung für die Städtepartnerschaft Frauenfeld – Kufstein

Jahresversammlung im Frauenfelder Rathaus

Am vergangenen Freitagabend versammelten sich die Mitglieder des Fördervereins Städtepartnerschaft Frauenfeld – Kufstein im kleinen Bürgersaal des Frauenfelder Rathauses. Die diesjährige Vereinsversammlung stand ganz im Zeichen der wertschätzenden Verbundenheit zwischen den beiden Städten sowie dem dringenden Appell, das aktive Vereinsleben neu zu stärken. Die geschätzte Partnerschaft, deren Wurzeln in die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges zurückgeht, wurde – trotz aktuellen Herausforderungen zur Erhaltung des Fördervereins – als Quelle der Gemeinschaft und des Engagements gewürdigt.

 

 

Im Jahre 1946 übernahm Frauenfeld die Patenschaft für Kufstein, das unter den Folgen des Krieges und einer prekären Versorgungslage litt. Frauenfeld organisierte zahlreiche Hilfsaktionen, bei denen Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände und Medikamente nach Kufstein geschickt wurden.


Besonders hervorzuheben ist die medizinische Betreuung Kufsteiner Kinder, die dank des Schweizerischen Roten Kreuzes in Frauenfeld untergebracht wurden. Bis heute sind die Beziehungen zwischen den Städten lebendig geblieben, vor allem durch kulturelle Austausche und gegenseitige Besuche. 1988 wurde die Städtefreundschaft offiziell anerkannt, was die anhaltende Verbindung und Unterstützung zwischen Kufstein und Frauenfeld symbolisiert.



Verantwortung und Tradition 


Der Förderverein Städtepartnerschaft spielt als offizielle Kontakt- und Anlaufstelle für Vereine, Firmen und Institutionen eine zentrale Rolle.


Die Aufgaben umfassen die Pflege der Städtepartnerschaft, die Förderung kultureller, politischer und persönlicher Kontakte sowie die Repräsentation bei verschiedenen Veran-
staltungen in beiden Städten.


Zu den anwesenden Ehrengästen der diesjährigen Jahresversammlung zählten unter anderem der Stadtpräsident von Frauenfeld, Anders Stokholm, ebenso eine Kufsteiner Delegation mit Horst Steiner als Beauf-
tragter der Städtepartnerschaft Frauenfeld-Kufstein, Robert Enzler und Hans Brunoth.


Das Protokoll der Vereinsversammlung 2023 und der Jahresbericht des Vorstands wurden einstimmig angenommen.


Der Jahresbericht reflektierte unter anderem das 35-Jahr-Jubiläum der Städtepartnerschaft, welches mit kulinarischen und kulturellen Feierlichkeiten sowie dem Kufsteiner Abend im Gasthof Falken begangen wurde. Weiter hob sich die allseits beliebte «Chlausbescherung» im Dezember hervor, bei der die Frauenfelder «Chläuse» die Stadt Kufstein jeweils mit Schweizer Schokolade beschenken und dabei nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringen.


 


Finanzen und Herausforderungen


Walter Kopetschny verlas den Revisorenbericht und erteilte den Anwesenden die Empfehlung, der korrekt geführten Jahresrechnung zuzustimmen. Der Förderverein schliesst das Jahr 2023 mit einem Gewinn von 4023.91 Franken ab und verfügt aktuell über ein Vereinsvermögen von 40 156.75 Franken. Das Budget für 2024 wurde mit 5700 Franken angenommen. Die Festlegung der Beiträge für das Jahr 2025 erwiesen sich als solide.


Der Antrag von Magnus Hasler, dass per Ende des Geschäftsjahres namentlich über Mutationen und die detaillierte Mitgliedschaft Auskunft zu erteilen sei, wurde aufgrund des Datenschutzgesetzes sowie einer klaren Mehrheit an Gegenstimmen abgelehnt.


Mit Blick auf das Jahr 2025 appellierte René Weber im Namen des Vorstands, das Engagement für den Verein von Seiten der Aktiven zu verstärken. Derzeit zähle der Verein nur noch rund 70 ordentliche Mitglieder, beachtliche 24 Zugehörige hätten sich durch ausstehende Beitragszahlungen leider zurückgezogen. Es wurde betont, dass die Attraktivität des Vereins gesteigert werden müsse, um vor allem auch junge Menschen für die Tradition zu gewinnen. Ausserdem solle die Stadt Kufstein in Frauenfeld wieder an Präsenz gewinnen und man hoffe, dass sich die aktuellen Mitglieder erneut dem aktiven Vereinsleben widmen würden.


Der Vorstand bekräftigte seine Einsatzbereitschaft für die Städtepartnerschaft und äusserte den ausdrücklichen Wunsch, die Tradition der gegenseitigen Unterstützung und des kulturellen Austauschs fortzuführen. Ein Verein könne jedoch nur dann bestehen, wenn er seinen Zweck erfüllen und bestehende Mitglieder behalten sowie weitere – vor allem auch für den Vorstand – finden könne.


Zuversicht und Ausblick


Horst Steiner wünschte den Mitgliedern abschliessend alles Gute und formulierte von Seiten Kufsteins ebenfalls die Hoffnung auf eine neu belebte Vereinstätigkeit. Die Städtepartnerschaft bedeute Kufstein noch immer sehr viel und in Österreich sei man ebenso bestrebt, die Bevölkerung zu animieren.


Er würdigte den bevorstehenden Besuch des Stadtrates Frauenfeld am diesjährigen Kaiserfest Ende Juni und überreichte als Zeichen der Verbundenheit ein bedeutsames Präsent: den letzten Band des Kufsteiner Buchalbums «vom Stadel zur Stadt» mit persönlicher Widmung des Bürgermeisters. Der anschliessende Apéro schenkte die Möglichkeit für gemütliches Beisammen sein mit direktem Austausch und der Chance für erste lösungsorientierte Gespräche, um die Zukunft des kostbaren Fördervereins zu erhalten.


In einer Zeit, in der internationale Beziehungen von grosser Bedeutung sind, bleibt die Verbindung zwischen Frauenfeld und Kufstein hoffentlich ein lebendiges Beispiel für grenzüberschreitende Solidarität und Zusammenarbeit.


Die nächste Gelegenheit, dem Förderverein kundzutun, bietet sich beim Stammtisch am Mittwoch, dem 12. Juni, im «Kufsteiner-Stüberl» des Gasthofs Falken.


Sarah Utzinger