Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 08.10.2025

Zentrale Lage überzeugt die Planer

Deponie Altenklingen, Informationsveranstaltung KIBAG

Die Deponie Altenklingen ist ein geplantes Deponieprojekt der KIBAG in der Politischen Gemeinde Wigoltingen, welche das kantonal vorgesehene zusätzliche Deponievolumen für den Kanton Thurgau decken soll. Am Freitag waren die Einwohner zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. 

 

 

Altenklingen ist als Reservestandort im Richtplan für eine Deponie vorgesehen. Vergangenen Freitag hat die KIBAG die Wigoltinger und Märstetter Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung vor Ort eingeladen. Es kamen rund 40 Interessierte zum Infopoint. Die KIBAG stellte das Projekt vor, Fachpersonen standen Red und Antwort. Die KIBAG ist ein führendes Schweizer Unternehmen im Baustoff- und Baubereich und entstand 1926 aus dem Zusammenschluss von zwei Kies- und Bagger-Unternehmen. Im Kanton Thurgau ist die KIBAG mit dem Kiesabbaustandort Hohentannen mit der Baustoffcity Weinfelden sowie mit Bauleistungsbetrieben vertreten.


Gemäss Wigoltinger Gemeinderat sind aktuell zwei Standorte in Wigoltingen als mögliche Deponien ausgewiesen. Wie die Wigoltinger Gemeindepräsidentin Franca Burkhardt im Vorfeld im «Dorfspatz», dem Mitteilungsblatt der Gemeinde erläuterte, brauche es aus Sicht des Gemeinderates eine Entscheidung von Seiten des Kantons. Die Gemeinde führte bereits Gespräche mit den zuständigen Kantonsstellen. «Zwei parallellaufende Projekte würden unsere Gemeinde übermässig belasten», hatte die Gemeindepräsidentin erklärt. Die Firma KIBAG ist zuständig für den bevorzugten Standort Altenklingen. Die Grundeigentümer unterstützen das Projekt.


Grundeigentümer unterstützen es
Der Deponiestandort Altenklingen stehe im Einklang mit den Forderungen der Gemeinde bezüglich der Deponienutzung, sagten die Planer und verwiesen auf die Informationstafeln. Eine Deponie wäre unterhalb des Zwickyhof möglich, sagte die KIBAG-Projektleiterin, Marina von Tscharner. Das Gebiet sei geeignet, nach Fertigstellung mit einer natürlichen Geländemulde versehen und den geologischen Randbedingungen entsprechend wird ebenfalls der Gewässer- und Grundwasserschutz genannt. Die zentrale Lage und eine direkte Erschliessung überzeuge. 


Einzelne Besucher zeigten sich besorgt über einen Zuwachs an Schwerverkehr. Auch Umweltverschmutzung und Emissionen werden als Störfaktoren genannt. Am veränderten Landschaftsbild, abseits der Wohnzone scheint sich jedoch niemand zu stören. 


Verfüllung in Etappen
Die Projektleiterin informierte einzelne Besucher noch über eine A/B Deponie am erwähnten Standort. Diese dienen dem unverschmutzten Aushub- und Ausbruchmaterial sowie Bodenmaterial, ebenfalls leicht verschmutztes, mineralisches Material aus dem Rückbau von Baustellen kann in diesen Deponien wird durch ein Fachunternehmern entsorgt. Industrie- und belastete Abfälle werden in den weiteren dafür vorhandenen Deponien entsorgt. Auch Christian Fäh, Mitglied der Geschäftsleitung der TIT Imhof in Hörhausen war unter den Gästen. Fäh sagte: «Wir nehmen die Fragen ernst.» Diana Eisenring vom Umwelt-Ingenieurbüro Ingenias AG Weinfelden sprach von einer Etappierung, bis eine Deponie verfüllt und vollständig nutzbar sei. Es betrifft eine Fläche von rund 30 Hektaren mit einer Betriebsdauer von 15 Jahren. Das Nutzvolumen beträgt 2,1 Millionen Kubikmeter. Gemäss Marina von Tscharner hat die Planung vor rund sechs Jahren begonnen. Ein sportliches Ziel wäre einer Inbetriebnahme im Jahr 2030. Doch zuvor sind viele Schritte in Kanton und Gemeinde notwendig, eine Abstimmung über den Gestaltungsplan käme in Wigoltingen frühestens in zwei bis drei Jahren.


Findet ein solches Projekt Zustimmung, soll es im Endzustand einen ökologischen Mehrwert aufweisen. Mit der geplanten Oberflächennutzung entstehen über 40 000 Quadratmeter zusätzliche ökologische Lebensräume. Betroffen wären im Gebiet zwar 275 000 Quadratmeter landwirtschaftliche Nutzflächen, nach der Rekultivierung wären noch 240 000 Quadratmeter Landwirtschaftsfläche nutzbar. Die landschaftliche Eingliederung beurteilt die KIBAG positiv. Marina von Tscharner sagte: «Wir nehmen die Anliegen der Bevölkerung in unsere Planung auf.»


Text und Bild: Manuela Olgiati