Frauenfeld · 29.10.2025
Spatenstich für die neue Reinigungsstufe der ARA Frauenfeld
In einer kurzen Regenpause, als sich die Sonne zeigte, war es endlich so weit: Mit einem symbolischen «Baggerstich» fiel am Freitag, 24. Oktober, der offizielle Startschuss für den Neubau der Anlage zur Elimination von Mikroverunreinigungen in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Frauenfeld.

Nach acht Jahren Planung und mehreren Umwegen war die Erleichterung spürbar. Markus Breu, der Betriebsleiter, durfte zur Feier des Tages in den Bagger steigen und den ersten symbolischen Schub Erde bewegen. Bei heiterer Stimmung blickten die Beteiligten optimistisch in die Zukunft.
«Fast ein Jahrzehnt haben wir auf diesen Moment hingearbeitet», sagte Andreas Elliker, Präsident des Abwasserverbands Region Frauenfeld (AVRF), in seiner Dankesrede. «Zwischendurch war es nicht immer klar, ob es fürsi goat.» Nun stehe man am Beginn eines wichtigen Schritts für den Gewässerschutz in der Region: «Wasser ist Lebensgrundlage für alle, deshalb machen wir dieses Projekt.»
Eine der grössten Herausforderungen im achtjährigen Projektverlauf war die Entdeckung von PFAS-belastetem Bodenmaterial. Dieses muss nun aufwändig als Sonderabfall entsorgt werden, ein Schritt, der den Bau verzögert und verteuert hat. Die Gesetzgebung hinkt hier hinterher, sagt Elliker sinngemäss. Für PFAS im Boden fehlen bislang verbindliche Grenzwerte und klare Zuständigkeiten, was Projekte wie jenes in Frauenfeld zusätzlich in der Vergangenheit erschwert hat.
Für Otmar Fäh vom kantonalen Amt für Umwelt ist die ökologische Bedeutung dieses Projektes unbestritten. Im Einzugsgebiet leben rund 80 000 Einwohner, davon 38 000 in Frauenfeld. Das gereinigte Abwasser der ARA fliesst in die Murg, ein ökologisch wertvolles Gewässer, das in die Thur mündet. Ein Teil dieses Wassers gelangt über die Thur wieder ins Grundwasser, das als Grundlage für unser Trinkwasser dient. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Ökosysteme und zur Sicherung nachhaltiger Wasserressourcen in der Region. Die ARA Frauenfeld ist die grösste von vier Anlagen in der Region. Mit der neuen Reinigungsstufe soll verhindert werden, dass Mikroverunreinigungen wie Medikamentenrückstände, Mikroplastik oder Pestizide in die Murg und dementsprechend weiter in die Thur gelangen. In den kommenden zweieinhalb bis drei Jahren soll die neue Reinigungsstufe entstehen. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2028 geplant. Elliker wünschte sich für die Bauzeit «möglichst wenig Regen, keine Unfälle und weiterhin so gute Zusammenarbeit wie bisher».
Text und Bild: Maria Naschke-Baasner