Frauenfeld · 29.10.2025
Nachruf für Prof. Dr. phil. I Heribert Küng

Ein Gelehrter, ein Gestalter, ein Mensch mit Herz und Humor, Heribert Küng, ist am 9. September 2025 verstorben. Er war Historiker aus Leidenschaft. Geschichte war für ihn etwas Lebendiges, eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er studierte in Zürich und Innsbruck, unterrichtete als PD in Jekaterinburg, war Gastprofessor an der Universität Addis Abeba und einige Jahre österreichischer Honorarkonsul. Sein besonderes Interesse galt der Regional- und Lokalgeschichte. Er glaubte daran, dass sich das grosse Ganze immer auch im Kleinen widerspiegelt.
Er war nicht nur Forscher, er war auch ein Macher. Er wollte Dinge bewegen, gestalten, ins Leben bringen. So war er im Oktober 2009 Mitbegründer der Alfred-Ilg-Gesellschaft, zusammen mit Hans Brunschweiler und Dr. Beat Schatzmann. Dabei ging es um das Andenken an Alfred Ilg (1854 – 1916), einen in Frauenfeld geborenen Schweizer Ingenieur und Berater des Kaisers Menelik II. von Äthiopien als technischer und diplomatischer Berater, und Staatsminister.
Im Dezember 2015 war er Initiator der Volkshochschule Frauenfeld, gemeinsam mit Ralph Osterwalder. Mit grossem Engagement hielt er dort die ersten Referate und half damit, die Volkshochschule bekannt zu machen. Heute ist die Volkshochschule Frauenfeld eine feste Institution, ein Ort der Bildung und Begegnung. Er verfasste auch die Schrift «100 Jahre Erwachsenenbildung in Frauenfeld».
Heribert war in vielem ein Vermittler, zwischen Generationen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Wissen und Menschlichkeit. Er hat Geschichte bewahrt und selbst Geschichte geschrieben. Neben seinem Schaffen als Historiker und Denker war Heribert ein Mensch, der Gemeinschaft lebte, freundlich, zugewandt und interessiert.
Albert Bargetzi,
Präsident Volkshochschule Frauenfeld