Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 24.12.2025

Wichtige Schritte zu Ersparnissen zwischen Wunsch und Strategie

Sparen im Wandel

Steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Finanzmärkte: Sparen ist für viele Menschen in Frauenfeld und im Kanton Thurgau wieder stärker in den Fokus gerückt. Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) bietet dafür kompetente Beratung zu Sparmöglichkeiten an. Francesca Keller, die Leiterin der TKB-Geschäftsstelle Frauenfeld, erläutert die Möglichkeiten rund um das Sparen und den hohen Stellenwert, Finanzwissen zu erlangen.

 

 

«Wer sich einen guten Überblick verschafft, behält seine Finanzen im Griff», sagt Francesca Keller, die Leiterin der TKB-Geschäftsstelle Frauenfeld, und informiert aus der Praxis. Sparen ist heute komplexer als früher, auch vielseitiger. Ob klassisches Sparkonto, Fondssparplan oder Vorsorgelösung: Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) berät auf unterschiedlichen Wegen, um Geld sinnvoll zur Seite zu legen. Welche Strategie die richtige ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen der Sparerinnen und Sparer ab, erklärt Keller weiter. Die 33-jährige Bankspezialistin leitet ab August 2026 das Privatkundengeschäft der TKB und wird die erste Frau in der Geschäftsleitung. Die TKB geniesst als solide Bank mit Staatsgarantie im Kanton Thurgau grosses Vertrauen. Für viele Menschen ist diese Sicherheit ein entscheidender Faktor in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.


Finanzwissen im Kompaktseminar
«Finanzbildung sollte früh beginnen», sagt Keller. Wer sich rechtzeitig mit Budget, Sparen, Vorsorge und Investieren auseinandersetzt, legt den Grundstein für finanzielle Sicherheit. Dabei brauche es keine grossen Beträge. Bereits kleine, regelmässige Einzahlungen können über die Jahre viel bewirken. Zur Information bietet die TKB in Frauenfeld regelmässig Kompaktseminare an. Dies ist eine Gelegenheit, Finanzthemen verständlich und praxisnah zu erlernen, und das alles unabhängig vom Vorwissen, das jede einzelne Person hat. Teilnehmende erhalten Grundlagenwissen rund um das Thema Finanzen. Das sei ebenso für Frauen wichtig. Studien zeigen gemäss Keller, dass Frauen zwar verantwortungsvoll mit Geld umgehen, jedoch oft weniger investieren als Männer. Dabei sei die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Finanzen wichtig. «Frauen verdienen im Erwerbsleben aus unterschiedlichen Gründen häufig weniger als Männer und verfügen dadurch über geringere Vorsorgeleistungen», erklärt die Leiterin der TKB Frauenfeld weiter. Umso wichtiger ist es, die eigene finanzielle Situation frühzeitig zu kennen und aktiv zu gestalten.


Klassisches Sparen
Trotz tiefem Zinsumfeld greifen viele Kundinnen und Kunden weiterhin auf klassische Sparkonten zurück. Die TKB bietet verschiedene Sparkonto-Modelle an, darunter auch spezielle Konten für Kinder und Jugendliche. Ziel ist es, schon früh den Umgang mit Geld zu fördern und langfristiges Sparen zu etablieren. «Das klassische Sparkonto ist nicht gestorben», sagt Francesca Keller. Die Nachfrage steigt allerdings deutlich weniger stark an als früher. In den 1980er-Jahren erhielten Sparerinnen und Sparer in der Schweiz auf Sparkonten teilweise 4 bis 5 Prozent Zins. Damals konnte man mit klassischem Sparen reales Vermögen aufbauen. Anlegen, also Sparen durch eine Investition in Wertpapiere, war kaum verbreitet und im Vergleich zu heute teuer und kompliziert. Um den aktuellen Stand der Börsenkurse abzurufen, mussten Investoren zahlreiche Kursseiten der grossen Tageszeitungen durchsuchen. «Nur eine Minderheit profitierte damals von den langfristig deutlich höheren Renditen am Kapitalmarkt», betont die Finanzspezialistin. Die grosse Mehrheit erfreute sich am Sparzins. Der war damals immerhin viel höher als heute. Nun ist die Situation eine andere: Die Sparzinsen liegen deutlich tiefer und reichen langfristig nicht aus, um die Inflation auszugleichen. Wer ausschliesslich spart, verliert über die Zeit an Kaufkraft. Deshalb kombinieren immer mehr Menschen Sicherheit auf dem Sparkonto mit Investitionen in Wertschriften, besonders für langfristige Ziele wie Vorsorge oder Vermögensaufbau, etwa in der dritten Säule.


Auslegeordnung bringt Klarheit
Fakt ist gemäss Francesca Keller, dass das Sparen auch bei wenig Ressourcen sinnvoll ist. Sie sagt: «Der wichtigste erste Schritt ist, Klarheit über die eigenen Finanzen zu erlangen.» Ein einfaches Budget zeige rasch auf, wofür unnötig Geld ausgegeben wird. Oft sind es kleine, regelmässige Beträge, die sich unbemerkt summieren. Abos, Versicherungen oder auch Gewohnheiten sollten regelmässig überprüft werden. «Es lohnt sich, wirklich wichtige Bedürfnisse von blossen Wünschen zu trennen», so die TKB Geschäftsstellenleiterin weiter. Sie bringt es mit einem Zitat von Henry Ford auf den Punkt: «Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt.»


An Fondssparplan denken
Gerade bei wenig finanziellen Spielräumen gilt: klein anfangen, aber konsequent bleiben. Was früher nur mit grossen Beträgen, viel Aufwand und Fachwissen möglich war, ist heute einfach, digital und transparent. Mit dem TKB-Zielsparplan – auch Fondssparplan genannt – kann bereits mit kleinen Beiträgen langfristig an der positiven Entwicklung der Finanzmärkte teilgenommen werden. Fondssparpläne sind eine Form des langfristigen Sparens und Investierens. Dabei wird regelmässig ein frei wählbarer Betrag in einen Anlagefonds investiert, der je nach Strategie aus verschiedenen Wertpapieren wie Aktien oder Obligationen besteht. Die Anlegerin oder der Anleger bestimmt Sparrate und Rhythmus, während die Bank die Investitionen automatisch umsetzt. Über die Jahre kann so durch die Entwicklung der Finanzmärkte und den Zinseszinseffekt schrittweise Vermögen aufgebaut werden.
Auf die Frage, ob das Sparschwein bald ausgedient hat, verneint die Bankspezialistin: «Das Sparkässeli ist weiterhin sehr wertvoll, besonders für Kinder.» Es vermittelt Geduld mit dem Ziel, einen bewussten Umgang mit Geld zu pflegen. Francesca Keller rät: «Für den langfristigen Vermögensaufbau sollte das Sparkässeli jedoch möglichst früh ergänzt werden, etwa durch einen Zielsparplan.» Eltern oder Grosseltern können bereits mit kleinen, regelmässigen Beträgen einen wichtigen Grundstein für die Zukunft der jungen Sparerinnen und Sparer legen.
Text und Bild: Manuela Olgiati


Spartipps
• Appell: einfach anfangen, auch mit kleinen Beträgen. Sparen und Investieren sind heute so zugänglich wie nie. Niemand muss Experte sein, um den ersten Schritt zu machen. Die TKB begleitet Kundinnen und Kunden auf diesem Weg.


• Finanzbildung sollte früh beginnen. Mit den TKB-Kompaktseminaren werden verständlich die Grundlagen zu Budget, Sparen, Vorsorge und Investieren vermittelt, ganz unabhängig vom Vorwissen. 


• Frauen gehen sehr verantwortungsbewusst mit Geld um, investieren jedoch oft weniger – häufig aus Unsicherheit. Gleichzeitig haben sie tiefere Vorsorgeleistungen und eine höhere Lebenserwartung. Umso wichtiger ist es, sich früh mit den Chancen von Investitionen auseinanderzusetzen.
Text: Manuela Olgiati


Strategie: Sicherheit bewahren 
und langfristig investieren
Das klassische Sparkonto hat weiterhin seinen Platz, besonders für kurzfristige Ausgaben und als finanzielle Reserve. Für den langfristigen Vermögensaufbau reicht Sparen allein heute jedoch meist nicht mehr aus. Die tiefen Sparzinsen können die Inflation auf Dauer nicht ausgleichen, wodurch man an Kaufkraft verliert. Wer langfristige Ziele wie Vorsorge oder Vermögensaufbau verfolgt, sollte deshalb Sicherheit mit Investitionen kombinieren. Wichtig dabei ist nicht die Höhe des Startbetrags, sondern der frühzeitige Beginn und die Regelmässigkeit. Schon kleine, regelmässige Beträge können über die Jahre einen grossen Unterschied machen.
Text: Manuela Olgiati