Frauenfeld · 07.01.2026
Hüttlingen investiert eine weitere Million Franken in die Werke
Berchtoldsgemeinde-Versammlung Hüttlingen
In Rekordzeit fanden am vergangenen Samstag an der traditionellen Berchtoldsgemeinde die traktandierten Geschäfte Zustimmung.

Die Bächtelitaler für den traditionellen Jahresumtrunk nach der Berchtoldsversammlung in Hüttlingen waren im Anschluss an die Versammlung rasch verteilt. 199 Stimmberechtigte sind am Samstagnachmittag in der Mehrzweckhalle Hüttlingen erschienen. Es gab viele Informationen. In nur einer Stunde führte Gemeindepräsident Peter Maag durch die traktandierten Geschäfte der Berchtolds-Gemeindeversammlung mit vielen Zahlen, dem höheren Wasserpreis und der Streichung des Traktandums Wahlen. Gemeinderat Frank Zehnle hat per Ende Mai seinen vorzeitigen Rücktritt angekündigt. Eine Ersatzkandidatur ist weiterhin offen. Gemeindepräsident Peter Maag sagte: «Wir haben viele Bürger angefragt, alle haben abgelehnt.» Maag hofft weiter auf eine interessierte Person und darauf, dass die Gemeinde Hüttlingen die Wahl an der kommenden Rechnungsgemeindeversammlung nachholen kann.
Viele Zahlen
Sorgenkind in der Gemeinde Hüttlingen mit 913 Einwohnerinnen und Einwohnern sind die Finanzen. Gemäss Gemeindepräsident sank die Nettoschuld von einst 7 000 Franken im Jahr 2020 auf rund 4 400 Franken. Allerdings konnte die Gemeinde wegen höherer Investitionen im Jahr 2025 keine Schulden zurückzahlen. Maag sagte: «Unser Ziel ist klar ein weiterer Abbau der Schulden.»
Wasserpreis und Gebühren
Anlass zu Diskussion gaben die Gebühren. Ein Votant stellte beim Wasserpreis alle paar Jahre ein Auf und Ab an höheren und wieder reduzierten Tarifen fest. Er stellte jedoch keinen Antrag um Überprüfung der Grundkosten und weitere Fragen blieben aus. Die Mehrheit der Stimmberechtigten hiessen den um 40 Rappen höheren Tarif auf nun 2.80 Franken pro Kubikmeter gut. Die Abwassergebühren und der Flächenbeitrag bleiben unverändert. Für spürbare Veränderung zieht die Entsorgung nach, wie Vizegemeindepräsident Rolf Kuhn erläuterte. Die Abfallbewirtschaftung muss selbsttragend sein. Wegen der Schliessung der Direktanlieferung des bisherigen Betreibers und der Einführung einer Grünsammeltour entstehen zusätzliche Kosten. Der Tarif beträgt nach der Zustimmung der Stimmberechtigten von den bisherigen 30 Franken pro Punkt neu 48 Franken. Und im Hinblick auf die Entwicklung der KVA mit den Verbandsgemeinden sagte Kuhn: «Es wird eine Schlacht ausgetragen.» Sicher sei, dass die jährliche Rückerstattung von 11 200 Franken der KVA an die Gemeinde ganz wegfalle.
Diskussion um Verkehrsbeschränkung
Schliesslich haben die Stimmberechtigten auch die beiden Kreditanträge gutgeheissen. Einer für die Sanierung und den Ausbau der ersten Etappe und EW-Rohranlage im westlichen Teil Langrüti in Eschikofen über 608 600 Franken, wovon Investitionseinnahmen von 48 600 veranschlagt sind. Das zweite Begehren betraf den Ersatz der Mittelspannungsanlage der Messstation Eschikofen über 149 200 Franken.
Gegen eine Verkehrsbeschränkung von Waldstrassen sprach sich ein Votant beim überarbeiteten Unterhaltsreglement für Flur- und Waldstrasse sowie Entwässerungsanlagen aus. Der Mann sagte: «Ein 40 Tönner-Fahrzeug sollte stattdessen die offiziellen Strassen benützen.» Gemeinderat Kuhn sprach von einem Einzelfall, man habe sich um Geschwindigkeitsbeschränkungen Gedanken gemacht. Ein weiterer Votant möchte im Reglement die Streichung über die Verantwortung der Kontrollen verhindern. Das Reglement sowie das Beitragsreglement für Natur- und Kulturobjekte haben die Stimmberechtigten gutgeheissen.
Steuerfuss bleibt unverändert
Das Budget 2026 bei einem Aufwand von rund 4,225 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 4,258 Millionen Franken mit Gewinn von 32 350 Franken bei Nettoinvestitionen von 1,243 Millionen Franken hiessen die Stimmberechtigten gut. Ebenso fand der bisherige Steuerfuss von 60 Prozent Zustimmung.
Text und Bild: Manuela Olgiati