Frauenfeld · 07.01.2026
Wichtigste Himmelsereignisse 2026
In diesem Jahr stehen wieder einige spannende Beobachtungserlebnisse an, welche sich lohnen, im Terminkalender eingetragen zu werden. Das wohl überragende Geschehnis bietet am 12. August die totale Sonnenfinsternis in Spanien, Island und Grönland. Bis 2053 findet nur noch eine totale Sonnenfinsternis in Europa statt, nämlich im Jahre 2027, am südlichsten Zipfel Spaniens und in Nordafrika. Chronologisch geordnet folgt nun eine Auswahl gut beobachtbarer astronomischer Erscheinungen.

10. Januar: Jupiter befindet sich in Opposition zur Sonne. Somit geht er im Osten auf, während die Sonne im Westen untergeht. Folglich wird er durch die gesamte Nacht hindurch zu beobachten sein; mit seiner Helligkeit dominiert er diese auch. Er bleibt das Vorzeigeobjekt für die nächsten Monate.
15. Juni: Merkur befindet sich in grösster östlicher Elongation – eine Gelegenheit, ihn am Abendhimmel aufzusuchen. Voraussetzung dazu sind allerdings klares Wetter und eine Horizontsicht gegen Westen (auf dem Stählibuckturm). Als innerster Planet ist er schwierig zu beobachten, da er sich stets in der Nähe der Sonne befindet.
13. August: Die Sternschnuppen werden dieses Jahr besonders gut zu geniessen sein, da das Mondlicht die Beobachtung nicht stört.
14. September: Der Mond bedeckt die Venus um die Mittagszeit. Eine willkommene Gelegenheit, die Venussichel während des Tages aufzusuchen, vorausgesetzt, ein Fernrohr mit hoher Vergrösserung steht zur Verfügung (Sternwarten der Umgebung anfragen).
14. Dezember: Nach dem Untergang des Mondes um zirka 20.30 Uhr, werden mehr als 100 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein.
Unvorhergesehene Ereignisse sind jederzeit möglich. Beispielsweise «Sternexplosionen» oder Polarlichter in unseren Breiten und Kometen.
In der Astronomie bezeichnen bestimmte Konstellationen die geometrische Anordnung von Himmelskörpern relativ zueinander und zur Erde, siehe oben Merkur. Auf die häufigsten Begriffe sei kurz eingegangen: Die Elongation misst den Winkelabstand eines Planeten zur Sonne am Himmel, von 0° bis 180°. Östliche Elongation (positiv) bedeutet, der Planet geht nach der Sonne unter (Abendstern); westliche (negativ) bedeutet, er geht vor der Sonne auf (Morgenstern). Maximale Elongationen bieten die besten Sichtbedingungen. Bei einer Konjunktion stehen Planet und Sonne scheinbar auf derselben Linie, vom Beobachter aus gesehen, mit einer Elongation von 0 Grad. Der Planet befindet sich nahe an der Sonne, wird durch diese überstrahlt und ist daher schwer beobachtbar. Bei inneren Planeten wie Venus oder Merkur unterscheidet man obere (hinter der Sonne) und untere Konjunktion (vor der Sonne).
Opposition tritt auf, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen der Sonne genau gegenübersteht. Dies betrifft nur die sogenannten äusseren Planeten, von Mars bis Neptun. In Opposition geht ein Planet bei Sonnenuntergang auf, erreicht um Mitternacht seine höchste Stellung und ist der Erde meist besonders nahe. Dadurch erscheint er heller und grösser, weshalb Oppositionen bevorzugte Zeitpunkte für Beobachtungen darstellen.Die Sonnen- und Mondfinsternisse sind Sonderfälle von Konjunktionen und Oppositionen. Eine Sonnenfinsternis entsteht bei Neumond, wenn der Mond die Sonne verdeckt (Konjunktion); eine Mondfinsternis bei Vollmond, wenn der Mond in den Erdschatten der Sonne eintritt (Opposition).
Schliesslich sind Sonnentransite seltene Ereignisse, bei denen ein innerer Planet als kleiner schwarzer Punkt vor der Sonnenscheibe vorbeizieht. Sie waren historisch von grosser Bedeutung für die Bestimmung astronomischer Distanzen.
Text: Sternwarte Oberherten
Bild: Envato/m3kponly