Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 14.01.2026

«Trocken» durch den Januar

 

 

8,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren trinkt täglich Alkohol. Und dies nehme mit dem Alter noch weiter zu. 85 Prozent trinken gelegentlich Alkohol, laut suchtschweiz.ch. Beim «Dry January» handelt es sich um die weltweite Bewegung, ab dem 1. Januar bis zum Ende des Monats alkoholfrei zu leben. Sieben von zehn Personen, die mitmachen, fühlen sich gesünder und haben mehr Energie. Langfristig konsumieren ganze 72 Prozent auch nach sechs Monaten weniger Alkohol, wie die Untersuchung der Universität Sussex zeigt. Die Frauenfelder Woche hat Passanten zu ihrer Meinung befragt. Auch die Schüler der Kantonsschule äusserten ihre Ansicht.


Ronja Lüem: «Ich denke, dass der «Dry January» Sinn macht, aber in Frauenfeld schwierig umsetzbar ist», sagte Ronja Lüem. An der Bechtelisnacht würden viele trinken. Selbst trinke sie vor allem im Winter weniger wegen der Prüfungsphase der Abschlussklasse und weniger guten Ausgehmöglichkeiten. «Ich würde gerne einmal mitmachen», sagte Lüem. Ausser an der Bechtelisnacht, fügte sie schmunzelnd hinzu.


Marcel Bauer: «Ich finde die Idee gut, trocken ins neue Jahr zu starten», sagte Marcel Bauer. Von dieser Gesundheitskampagne habe er vorher allerdings noch nie gehört. Dieses Jahr habe er seine Chance verpasst, da er schon einmal Alkohol getrunken hat. «Der Zug ist abgefahren», sagte er. Vielleicht mache er nächstes Jahr bei der Challenge mit.


Anouk Ramsauer, Abigail Eyob Kiflay, Lisa Arztmann: «In meinem Freundeskreis trinken einige nicht», erklärte Anouk Ramsauer. Selbst trinke sie nur ab und zu an Partys. Ihr würde es nicht schwerfallen, auf Alkohol zu verzichten. Sie halten es alle drei für eine gute Idee, an der Challenge mitzumachen. «Dann ist man nach dem Januar möglicherweise fitter und gesünder», sagten sie. «Und man hat weniger Lust auf Alkohol», fügte Arztmann hinzu.


Christoph Wyss: «Diesen Januar habe ich noch nicht getrunken», sagte Wyss. Von der Challenge habe er aber auch noch nicht gehört. «Für Menschen, die viel trinken, macht es sicher Sinn, an der Kampagne teilzunehmen», sagte Wyss. Er trinke wenig und nur, wenn er Lust hat. Auch nicht mehr so viel wie früher.


Sven-David Harry (Foto): «Bewusst zu leben, ist klug», sagte Harry. In seinen Augen sollte man schauen, dass der Alkohol ein Genussmittel bleibt und nicht zum Suchtmittel wird. «Ich mag keinen Alkohol», sagte er. Er trinkt nicht und nimmt daher nicht am «Dry January» teil. «Es ist sicher gut als Test, um zu sehen, ob man es aushält, einen Monat keinen Alkohol zu trinken», ergänzte er.


Lili Benke, Jael Hess: «Wir haben noch nie vom «Dry January» gehört, aber wir würden mitmachen», sagte Lili Benke. Es würde Geld sparen, erklärten die beiden. «Wir trinken aber eh nur selten an Anlässen», fügte Hess hinzu. «Wir kennen aber auf jeden Fall einige, denen es gut tun würde, am «Dry January» mitzumachen», sagten sie.


Noa Della-Lucia: «Ich würde nicht mitmachen, wegen der Bechtelisnacht», sagte Noa Della-Lucia. Für sinnvoll halte er die Challenge aber. «Ich habe von vielen positiven Erfahrungen von anderen gehört, die auf Alkohol verzichtet haben», erklärte er. Man könne seine Leber regenerieren und komme zu mehr geistiger Klarheit ohne Alkohol. In seinem Freundeskreis sei der Alkoholkonsum allerdings gering.


Marlene Götsch: Sie habe schon vom trockenen Januar gehört. «Ich denke, es wäre eine gute Idee, mal mitzumachen, weil eine Alkoholauszeit bestimmt guttut», sagte Götsch. Die Chance, an der Challenge mitzumachen, habe sie immer noch, wie Götsch erklärte. «Ich bin trocken ins neue Jahr gestartet», sagte sie.


Giulia Obrist, Mia Schumacher, Ana-Lucia Messmer, Lena Frei, Lena Leutenegger, Liyan Khalaf: «Wir haben schon vom «Dry January» gehört, aber machen selbst nicht mit», sagte Liyan Khalaf. Die Gruppe trinkt zum Grossteil sowieso keinen Alkohol. «Die Challenge ist sicher gut, weil man dann sieht, ob man ohne Alkohol klarkommt», sagte die Gruppe. Wenn man mitmacht, würde man merken, dass der Alkoholkonsum nicht normal sei. «Zudem sinkt das Risiko für Unfälle», ergänzte Schumacher.


Text und Bild: Emma Ramsauer