Frauenfeld · 14.01.2026
«Tapetenwechsel hat mir wirklich gut getan»
Nach sieben Jahren bei Groupama FDJ steht Stefan Küng nun seit Jahresbeginn im Tudor Pro Cycling Team unter Vertrag. Der Frauenfelder Radprofi hat bereits eine sehr intensive Phase hinter sich.

Seine letzte Saison in Frankreich war für Stefan Küng «ein wirklich schwieriges Jahr, das ich aber abgehakt habe». Der 32-Jährige blieb sogar erstmals in seiner Profikarriere ohne einen Sieg. Immerhin gab es an der WM und auch an der EM eine Bronzemedaille mit dem Mixed-Team.
Küngs Unheil begann schon am 13. April 2025 mit einem Sturz voll auf das Gesicht beim traditionellen Paris – Roubaix und einem Nasenbeinbruch, der die oberen Atemwege extrem behinderte und zu weiteren Krankheiten führte. Später musste eine Wunde am Knie genäht werden und machte erneut einen Trainings-Unterbruch nötig. Dies verhinderte sogar den Start zu den Schweizer Meisterschaften im Hinterthurgau. Stefan Küng verpasste zudem die Tour de France. Ein freudiges Ereignis gab es während dieser TdF trotzdem, das zweite Kind der Familie kam im Juli auf die Welt.
Gespickt mit mehreren Stars
Seit vielen Wochen gilt allerdings Küngs Fokus voll seinem neuen Team Tudor: «Das Trikot darf ich zwar erst seit dem 1. Januar tragen, aber bereits seit Oktober war ich logischerweise mit der Schweizer Equipe immer in Kontakt. Ich bin motiviert, eigentlich richtig hungrig auf das, was nun kommt. Der Tapetenwechsel hat mir richtig gut getan. Wieder wie zu meiner Anfangszeit als Profi mit BMC, für die ich sechs Jahre fuhr, zu tun zu haben, das ist cool».
Im extrem internationalen Tudor-Team, geführt vom ehemaligen Schweizer Superstar Fabian Cancellara, hat Küng bestbekannte Kollegen. Wie etwa den zweifachen Weltmeister Julian Alaphilippe (Fr), den erfahrenen Etappensieger Matteo Trentin (It), den Sprinter Arvid de Kleijn (Ho), oder den Bergspezialisten Michael Storer (Aus). Dazu kommen mehrere Schweizer, der bekannteste davon ist sicher Marc Hirschi.
Nur zehn Tage zu Hause
Vom 7. bis zum 22. Dezember fand bereits ein Trainingslager im spanischen Moreira statt. Sowieso liegt die Winterbasis der Equipe in Teulada, zwischen Alicante und Valencia. Weihnachten feierte Stefan Küng mit seiner Familie auf Gran Canaria. Seit dem 6. Januar und noch bis zum 15. Januar weilt der Frauenfelder erneut in Spanien. «Dann bin ich zehn Tage zu Hause. Danach gilt es bald wieder ernst, denn am 29. Januar findet auf Mallorca das erste Team-Zeitfahren statt», erzählt der 32-Jährige kurz vor seinem Abflug.
Viele neue Impulse erhalten
Wie aber hat sich Stefan Küng bei seiner neuen Mannschaft eingelebt? «Es ist bereits einiges gelaufen. Ich habe viele neue Impulse erhalten. Das neue Velo und die Abstimmung des Sattels nimmt stets einige Zeit in Anspruch. Aber das funktioniert schon gut. Die Teambildung war wichtig, auch haben wir in England bereits Tests im Windkanal vorgenommen, oder trainierten auf der Bahn in Grenchen. Es war schon eine intensive Zeit». Nach einer kurzen Pause schiebt er nach: «Das ist nötig, denn die Konkurrenz schläft nicht».
Die Fixpunkte für die ersten Rennen sind längst klar. Das sind für Stefan Küng die bekannten Frühlings-Klassiker bis und mit Paris – Roubaix. Der Routinier darf zufrieden feststellen: «Eigentlich sieht mein Start-Programm fast so aus wie schon bisher. Das ist erfreulich».
Text und Bild: Ruedi Stettler