Frauenfeld · 21.01.2026
Ideen für leerstehende Bürgerstube nutzen
Bechtelisversammlung Bürgergemeinde Frauenfeld
Der Bechtelistag 2026 am Montag startete für 142 Stimmberechtigte der Bürgergemeinde Frauenfeld um 9 Uhr im Rathaus. Die Kommissionspräsidenten aus Forst und Rathaus hielten Aktuelles bereit.

Bürgerpräsident Max Steiner begrüsste die Bürgerinnen und Bürger zur traditionellen Bechtelisversammlung. Dass Bürgerschreiberin Andrea Hofmann Kolb das Protokoll verlas, schaffte Raum für einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. Und schon richtete sich der Blick in die Zukunft mit den Berichten aus den Kommissionen.
Mechanisierung im Forstbetrieb
René Gubler, Präsident der Forstkommission, sprach von einer guten Auslastung des Forstbetriebs im vergangenen Jahr. Landgeschäfte gab es nicht. Gubler hofft, eine ausgeglichene Jahresrechnung präsentieren zu können.
Bekannt sind die Wetterextreme im Wald, welche die Arbeit des Forsts erschweren. Mechanisierung ist wichtig im Forstbetrieb. Im Jahr 2025 mussten wenige vom Borkenkäfer befallene Bäume gefällt werden. Der Holzmarkt sei stabil, erklärte Gubler weiter. Die Nachfrage nach Stammholz gut. Auf den Nutzflächen wurden Spitzahorn, Linden und Eichen gepflanzt. Die neu gepflanzten Christbaumkulturen sind in rund 10 bis 15 Jahren käuflich zu erwerben.
Die Pensionierung von Forstwart Urs Badertscher nach 43 Jahren, erwähnt Gubler auch. Der Forstbetrieb nimmt weiter Fahrt auf: Am 5. Januar hat mit Janis Kärcher ein neuer Forstwart seine Arbeit aufgenommen.
Neuer Traktor kommt
Erfreulich auch die Entwicklung des Rebberges am Philosophenweg. Die Ernte war gut. Den jungen Wein degustierten die Bürgerinnen und Bürger anschliessend an die Versammlung. Zudem liess Max Steiner noch über den Kreditantrag abstimmen. Die Bürgerinnen und Bürger hiessen den Betrag über 142 000 Franken für einen neuen Forsttraktor als Ersatz des 30-jährigen «John Deere»-Traktors gut.
Umnutzung Bürgerstube, aber wie?
Mit dem Kauf der Liegenschaft Holdertor hat sich vor zwei Jahren die Rathauskommission gebildet. Deren Präsident Stefan Habersaat sprach von einer guten Zusammenarbeit mit der Stadt Frauenfeld. Habersaat sagte: «Ein wichtiger Meilenstein im letzten Jahr war die Verlängerung des Mietvertrags mit der Stadt für das Rathaus.» Mehr beschäftigt die Kommission die leerstehenenden Räumlichkeiten der Wirtschaft zur Bürgerstube.
Diese hatte in diesem Jahr bekanntermassen ein kurzes Gastspiel. Der Pächter hat nach kurzer Zeit per Ende März gekündigt. Die Bürgergemeinde löste den Vertrag frühzeitig auf. Die Überlegungen des Bürgerrates weichen vom Gedanken reiner Gastronomie ab. «Wir haben bewusst gewartet und dann entschieden, dass wir die Bürgerstube nicht mehr als Restaurant führen werden», ergänzte Habersaat. «Wir könnten uns vorstellen, den Raum an unsere Bürger oder als Sitzungszimmer für Firmen zu vermieten.»
Schliesslich informierte der Bürgerpräsident noch zur überarbeiteten Gemeindeordnung, für welche eine schriftliche Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger bis 7. Februar möglich ist. Max Steiner sagte: «Sie stimmen dann an der Jahresversammlung im Mai 2026 darüber ab.» Im Wesentlichen geht es in der Gemeindeordnung um Präzisierungen der alten Version vom Jahr 2001 und damit um die Beschlussfähigkeit der Mitglieder. Dann noch um einen verkleinerten Verwaltungsrat und um die Kompetenzen bei den Finanzen.
Text und Bild: Manuela Olgiati