Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 04.02.2026

Jonas Hasler lernte das Fliegen schon in der Turnfabrik

Der Thurgauer Snowboarder Jonas Hasler möchte sein grosses Können auch an den Olympischen Winterspielen in Italien beweisen. Seine Karriere startete der jetzt 19-Jährige als kleiner Knirps in der Frauenfelder Turnfabrik.

 

 

Auch bei den Weltcup-Anlässen in Laax war Jonas Hasler im Einsatz. Und überzeugte. Im Slopestyle war er im Vorjahr hervorragender Fünfter und jetzt doppelte er mit Rang sechs nach. Notabene als einziger Schweizer im Final. Der ehemalige Ottoberger hatte kurz zuvor schon in Calgary (Ka) und in Aspen (USA) für absolute Spitzenergebnisse gesorgt. Zu Recht meinte er nach dem brillanten Auftritt auf seiner Piste im Bündnerland: «Jetzt bin ich schon ein bisschen müde, denn ich startete ja in zwei Disziplinen und war kurz zuvor noch in Übersee am Start».
In der Halfpipe reichte es Hasler in Laax nicht für den Final, trotzdem war er mit Platz 17 durchaus zufrieden: «Vor Heimpublikum auftreten zu dürfen, war schon besonders. Es hat unheimlich Spass gemacht. Ich liebe halt einfach das Fliegen auf dem Brett». Kein Wunder, waren doch seine Eltern Patrik Hasler und Sabine Wehr-Hasler ebenfalls Spitzen-Snowboarder und Olympia-Teilnehmer. Jetzt darf der Junior in Italien bei den Winterspielen teilnehmen und meint strahlend: «Ich freue mich riesig, dass ich dabei sein darf». Er wurde sogar für die drei Disziplinen Halfpipe, Slopestyle und Big Air selektioniert.


In Frauenfeld hat alles begonnen
Wenn man Jonas Hasler schon länger kennt, ist diese grossartige Karriere nicht verwunderlich. Als kleiner Knirps kam er in Frauenfeld in die Turnfabrik und lief meist gleich zur Kletterwand, um dann aus grosser Höhe in die Schnitzelgrube zu springen. Logischerweise mindestens mit einem Salto. Der Bursche nahm bald an zahlreichen Wettkämpfen im Kunst- und Geräteturnen teil und heimste Spitzenplätze ein.
Jetzt als Snowboard-Profi profitiert er zweifellos davon. Fast logisch, dass der willensstarke und ehrgeizige Athlet bereits 2023 im Rahmen des Thurgauer Sportpreises zum Newcomer des Jahres erkoren wurde. «Das Fliegen bedeutet Freiheit. Darum liebe ich das Snowboarden so sehr», sagt das Talent und strahlt dabei über das ganze Gesicht.
Nachstehend hat Olympia-Teilnehmer Jonas Hasler unsere Fragen zu seinem Karriere-Start in der Turnfabrik beantwortet.


Von wann bis wann hast Du in der Frauenfelder Turnfabrik trainiert?
Ich habe ungefähr von meinem 6. bis etwa zum 17. Lebensjahr in der Frauenfelder Turnfabrik trainiert. In dieser Zeit war das Turnen ein sehr grosser Bestandteil meines Alltags und hat mich sportlich wie auch persönlich stark geprägt.


Weisst Du überhaupt noch, wie viele Wettkämpfe Du insgesamt absolviert hast?
Über die Jahre habe ich 20 Wettkämpfe im Kunstturnen bestritten. Zusätzlich kamen nochmals etwa 15 bis 20 im Geräteturnen dazu. Wettkämpfe waren für mich immer einewichtige Erfahrung, um mit Druck umzugehen und mich weiter zu entwickeln.


Welches war Deine beste Rangierung an Schweizer Meisterschaften?
Das war im Geräteturnen mit dem Team, wo wir den sehr guten 7. Platz belegen konnten. Dieses Resultat war für mich ein Highlight, da es das Ergebnis von intensivem Training war.


Wie lange warst Du an der Nationalen Elitesportschule Thurgau in Kreuzlingen?
Ich besuchte sie von der 6. Klasse bis in die dritte Oberstufe. Anschliessend absolvierte ich auch das erste Jahr des Sport-KV. Insgesamt war ich somit fünf Jahre an der Elitesportschule.


Seit wann bist Du Snowboard-Profi?
Seit zweieinhalb Jahren bin ich als Profi aktiv. Konkret also seit dem Jahr 2023, in dem ich den Schritt in den professionellen Snowboard-Sport gemacht habe.


Wann bist Du von Ottoberg definitiv nach Laax umgezogen?
Seit ich 18 Jahre alt bin, wohne ich mehr oder weniger das ganze Jahr über in Laax. Der Umzug war ein bewusster Schritt, um mich voll auf meine sportliche Karriere im Snowboarden zu konzentrieren und optimale Trainingsbedingungen zu haben.  


Interview: Ruedi Stettler
Bild: Jennifer Lang