Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 11.02.2026

Alters-WG: kein Einzug in Gerlikonerstrasse 4

Spitzmarke: Projekt «Zufrieden Wohnen im Alter» in Frauenfeld

Im Rahmen des Projekts «Zufrieden Wohnen im Alter» prüfte die Stadt Frauenfeld die Realisierung einer Wohngemeinschaft 55+ im 9-Zimmer-Haus an der Gerlikonerstrasse 4. Während rund sechs Monaten konnten sich Interessierte informieren und die Liegenschaft besichtigen.

 

 

Im vergangenen Jahr stellten die Verantwortlichen der Stadt das Projekt «Zufrieden Wohnen im Alter» vor. Dieses stiess auf reges Interesse. Das Ziel war, eine WG für vier bis sechs Bewohner im Haus in der Gerlikonerstrasse 4 zu gründen. Im Haus vorhanden ist ein Treppenlift, einen Aufzug gibt es nicht, deshalb wurden ältere Menschen gesucht, die noch fit sind. Von der Stadt heisst es jetzt in einer Medienmitteilung, dass zu wenige Personen eine verbindliche Vorstellung für einen Einzug entwickelt hatten.


Urban Kaiser, Leiter des Amts Alter und Gesundheit, berichtet auf Nachfrage, dass sich rund 30 Personen gemeldet hatten, 20 Personen hatten das Haus besichtigt. Vier davon stellten Überlegungen zum gemeinsamen Wohnen an. Allerdings sprangen zwei wieder ab. Unter anderem wegen eingeschränkter Möglichkeiten, Haustiere zu halten, mangelnde Parkplätze oder die Lage der Liegenschaft. «Am Schluss blieben zwei Personen übrig, die auch selbst keine weiteren Interessenten finden konnten», so Urban Kaiser. Nicht alle Gründe für die Absagen seien klar gewesen. Es kristallisierten sich Bedenken des engeren Wohnraums nach Besichtigung des Hauses heraus. Eine mögliche Gruppenzusammensetzung wurde nicht als Absagegrund genannt, betont die Stadt.


Projekt läuft weiter
Das Projekt «Zufrieden Wohnen im Alter» werde weitergeführt, heisst es. Auch in Zukunft wolle man neue Wohnformen im Alter fördern. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Gemeinsam mit weiteren städtischen Stellen wie Bau, Soziales, Finanzen und Liegenschaften entwickelt das Amt für Alter und Gesundheit eine Managementstruktur für die Ermöglichung von altersgerechten Wohnformen. Das Projekt besteht aus sieben Teilprojekten, den «Lernlaboren», in diesen sollen Konzepte erprobt werden, mit privaten Wohninteressierten, Liegenschaftseigentümern, Architekten und Investoren. Schweizer Age-Stiftung hat das Projekt mit 232 000 Franken mitfinanziert.
Das Projekt «Zufrieden Wohnen im Alter» wird planmässig weitergeführt und dient weiterhin als Grundlage für die Entwicklung bedarfsgerechter Wohnangebote im Alter. Die Stadt habe bereits ein mögliches Objekt in einer ähnlichen Grösse im Blick, welches auch der Stadt gehört, heisst es von Urban Kaiser. «Wann dieses frei wird, ist noch offen. Wir schätzen einen Zeitrahmen von mindestens einem Jahr. Wir wollen allerdings auch weitere Liegenschaftsbesitzer mit dieser Idee eines kompakten gemeinschaftlichen Wohnens ansprechen. Die Wohnform ‹Clusterwohnen› (kleine autonome Wohneinheiten mit Gemeinschaftsräumen und -küche) würde viele ansprechen, wie aus den Interviews und Gesprächen zur Alters-WG hervorging.»
Was geschieht nun mit dem 9-Zimmer-Haus an der Gerlikonerstrasse 4? Die weiteren Nutzungspläne seien noch nicht bestimmt. Das Haus eignet sich ohne bauliche Anpassungen nur bedingt für eine reguläre Vermietung, heisst es von Urban Kaiser abschliessend. 


Text: zvg/er
Bild: Elke Reinauer