Frauenfeld · 11.02.2026
In den Playouts wartet jetzt Appenzell
Im NLB-Unihockey der Frauen landeten die Red Lions nach der Qualifikation auf dem letzten Platz. Trotzdem lassen die jungen Frauenfelderinnen und ihr Trainer Janis Kramer den Kopf nicht hängen.

In den ersten NLB-Partien des neuen Jahres mussten die Red Lions ausgerechnet gegen die Spitzenteams in Zäziwil (2:1) und daheim gegen Giffers (2:4) antreten und verloren trotzdem zweimal nur knapp. Diese guten Leistungen wurden belohnt mit einem 6:3-Auswärtssieg bei Rümlang-Regendorf. Doch zum Abschluss der Qualifikation gab es daheim ein 1:4 gegen Bremgarten.
Jetzt warten die Playouts (Neunter gegen Zehnter), welche am 28. Februar in Appenzell beginnen. Red Lions Trainer Janis Kramer bleibt für diese Partien ein zuversichtlicher Realist: «Wir stellten uns bereits länger darauf ein, dass wir die Playouts gegen Appenzell bestreiten müssen. Dieses Prozedere kennen wir und haben uns in der letzten Saison so doch noch den Liga-Erhalt gesichert». Nach zwei Niederlagen zum Auftakt kam neu Kramer und rettete die Equipe vor dem Abstieg. Und diesmal?
Das momentane Frauenfelder Kader ist mit einem Durchschnittsalter von 21 sehr jung und mit 18 Feldspielerinnen auch klein. «Darum suchten wir nach Lösungen, ob vielleicht ehemalige Spielerinnen uns in dieser Situation helfen könnten. Uns fehlt ganz einfach die Routine, um knappe Partien für uns entscheiden zu können», hält Kramer fest und ergänzt: «Zwei ehemalige NLB-Akteurinnen von uns, die jetzt in der 1. Liga aktiv sind, konnten wir reaktivieren. Dazu kommt eine Schwedin aus dem 1.-Liga-Team der Red Ants Winterthur. Allerdings fehlt uns eine Stammspielerin verletzungsbedingt».
In Hektik verfällt der Verein und Kramer aber nicht, «denn wir mussten damit rechnen dass wir in diese ungemütliche Lage geraten könnten».
Auskunft vom Leiter Sport
Haben die Red Lions erste Anzeichen, dass der kürzliche WM-Titel der Schweizer Frauen mehr Mädchen zum Unihockey zieht? Elia Schweizer, Leiter Sport, sagt dazu: «Konkrete Auswirkungen können wir noch nicht beurteilen. Die WM fand kurz vor den Weihnachtsferien statt, in einer Phase, in welcher der Trainings- und Spielbetrieb weitgehend ruhte. Natürlich hoffen wir, dass ein solcher Erfolg eine positive Signalwirkung entfalten kann. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass nachhaltiges Wachstum nicht von einzelnen Ereignissen abhängt. Die mediale Präsenz der WM hätte aus unserer Sicht zwar noch grösser sein dürfen, dennoch sehen wir darin eine wertvolle Chance für den Unihockeysport insgesamt».
Anzahl Mädchen klar gesteigert
Was unternehmen die Red Lions nun? Schweizer zeigt auf: «Unabhängig davon arbeiten wir seit mehreren Jahren gezielt daran, den Mädchenbereich aufzubauen. Durch die Einführung reiner Mädchenteams im Nachwuchs konnten wir die Anzahl spielender Mädchen deutlich steigern. Wenn der WM-Titel nun zusätzlich Interesse weckt, würden wir das mit grosser Freude aufnehmen».
Die Red Lions sind Letzte in der NLB, was unternahm der ehemalige NLA-Verein zur Rettung in dieser Klasse? Für den Leiter Sport, Elia Schweizer, ist klar: «In den vergangenen Jahren lag der Fokus nicht immer dort, wo er langfristig am wichtigsten ist – im Nachwuchs. Diesen Bereich möchten wir künftig stärker gewichten und nachhaltiger aufbauen. Dabei setzen wir bewusst auf regionale Zusammenarbeit innerhalb von Thurgau Unihockey und investieren gezielt in die Entwicklung des Frauen- und Mädchen-Unihockeys. Unser Ziel ist es, jungen Spielerinnen eine qualitativ hochwertige Ausbildung und ein motivierendes Umfeld zu bieten, in dem sie ihre persönlichen Ziele verfolgen können».
Wichtig ist der Aufbauprozess
Deutliche Worte findet Schweizer im Hinblick auf die NLB: «Das Fanionteam verstehen wir dabei in erster Linie als Entwicklungsplattform und sportliche Heimat für engagierte junge Frauen. Kurzfristige Resultate stehen nicht im Vordergrund – auch wenn sportlicher Ehrgeiz selbstverständlich dazugehört. Wichtig ist uns, dem Aufbauprozess die nötige Zeit zu geben und Schritt für Schritt vorzugehen. Mit Janis Kramer und Dominik Uehlinger konnten wir eine Trainercrew gewinnen, welche diese langfristige Ausrichtung mitträgt».
Text und Bild: Ruedi Stettler