Frauenfeld · 25.02.2026
Erkenntnisse aus Machbarkeitsstudie
Sanierung Mehrzweckhalle, Primarschule Hüttwilen, Infoabend
Ein nicht mehr zeitgemässer Brandschutz, eine fehlende Barrierefreiheit, sowie die mangelnde Energieeffizienz machen eine Sanierung der rund 35-jährigen Mehrzweckhalle «Geeren» notwendig. Die Hüttwiler Stimmberechtigten befinden an der Schulgemeindeversammlung im März über einen Planungskredit.

Rund 30 Interessierte holten sich am vergangenen Donnerstagabend im Singsaal die Informationen zur Machbarkeitsstudie und das weitere Vorgehen über die Sanierung der Mehrzweckhalle Geeren ab. Damian Loser, Vizepräsident und Liegenschaftenverantwortlicher der Primarschulbehörde Hüttwilen sagte: «Wir stellten uns vor Jahren in der Behörde die Frage, wie wir unsere drei Gebäude mit Kindergarten, Schulhaus und Mehrzweckhalle mittel- bis langfristig unterhalten möchten.» Alle drei Gebäude seien in gutem Zustand, jedoch zwischen 35-40-jährig und deshalb in einem Alter, wo eine Sanierung anstehen kann. Der Schulbehörde sei es wichtig, kontinuierlich in Sanierungen zu investieren, welche bezahlbar sind, um die Ausgaben auf mehrere Jahre zu verteilen, sagte Damian Loser weiter. Weitere Überlegungen betreffen die zentrale Gasheizung im Keller vom Kindergarten, welche alle drei Gebäude mit Wärme versorgt und «bald 20 Jahre auf dem Buckel hat». Die Primarschulgemeinde steht vor baulichen Herausforderungen.
Aktuell steht die Sanierung der Mehrzweckhalle Geeren im Zentrum eines Bauvorhabens. Architekt Peter Büchel von Büchel Neubig Partner Architektur + Energiekonzepte aus Weinfelden sprach vom Nutzen von gut erhaltenen Materialien, etwa bei der Verglasung.
Es gibt Sanierungsbedarf. Die alten Fenster müssen teilweise ersetzt werden, bei den grossen Fenster der Halle reicht der Ersatz des Fensterglases. Ebenfalls ist ein Ersatz der Lüftungsanlage notwendig. Die wichtigsten Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie sind ein nicht mehr zeitgemässer Brandschutz, die fehlende Barrierefreiheit, sowie die Energieeffizienz des Gebäudes.
Besonders das Thema Brandschutz sei durch die schrecklichen und traumatisierenden Ereignisse bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana auf sehr tragische Weise vor Augen geführt worden, betonte Loser. Auf Hüttwilen bezogen, sei bereits bekannt, dass der zweite Fluchtweg über den Geräteraum, das Office und die Garage unzulässig und ab einer Belegung von 50 Personen zwei Fluchtwege zwingend notwendig seien. Bei dieser geplanten Sanierung einer Halle ab 300 Personen seien eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage, kurz RWA, Pflicht. Damit sollen in einem Brandfall Rauchgase und heisse Luft schnellstmöglich aus dem Gebäude abgeleitet werden. Damian Loser erklärte es so: «Konkret in unserer Halle müssen sich in einem Ernstfall die oberen Kippfenster automatisch öffnen, damit frische Luft nachströmt und der Rauch kontrolliert nach aussen geleitet werden kann.»
Die Mehrzweckhalle muss ebenso das Behindertengleichstellungsgesetz einhalten. Derzeit fehle ein barrierefreier Zugang zur Bühne und in die oberen Räume.
Die Studie erklärt auch eine Energieeffizienz mit hohen Wärmeverlusten. Für Flächen gegen unbeheizt und gegen aussen braucht es ein Nachdämmen. Neu sollte beim gesamten Gebäude der Dämmperimeter über das Dach führen, auch die Installation einer Photovoltaikanlage ist Thema. Durch eine Optimierung könne die neue Heizung kleiner dimensioniert werden, da weniger Heizenergie durch ein besser gedämmtes Gebäude verloren gehe, sagte Damian Loser weiter. Ein Heizungsersatz wäre demnach erst nach abgeschlossener Sanierung in einer letzten Etappe geplant. Gemäss Damian Loser müsse der Standort dafür noch geklärt werden.
Rückblick Bauliches
Die Fluchtwegsituation konnte die Schule bereits im vergangenen Sommer nachdem die Stimmbürger einem Investitionskredit zustimmten, entschärft werden. Eine zusätzliche, zweite Fluchttüre in der Ostfassade wurde direkt aus der Halle eingebaut. Ebenso wurde die bestehende Notausgangstüre von der Bühne Richtung Sportplatz verbreitert und durch eine neue Türe ersetzt. Auch ist die Decke der darunterliegenden Zivilschutzanlage so weit als möglich gedämmt und die Nordwand der Bühne zur besseren Dämmung ausgeflockt. Im bisher kalten Bühnenraum ist bereits ein Heizkörper installiert.
Mit Foyer erweitern
Nun gehe es darum, das gesamte Gebäude energetisch aufzufrischen. Als Mehrwert für Hallenbenützer möchte die Schulbehörde das bestehende Foyer erweitern. Das heutige Foyer ist nur Ein- und Ausgang, wo bei Anlässen in der kalten Jahreszeit ebenfalls die mobilen Gaderobenständer stehen. Diese dort hängenden Kleider dürfen künftig nicht mehr im Fluchtweg stehen. «Für diese muss ein eigener Brandabschnitt vorhanden sein», erklärt Loser weiter. Das bestehende Office, das im Winter sehr kalt sei, ist in die Jahre gekommen und muss modernisiert werden. Für eine optimierte Nutzung des Office soll das Gebäude Richtung Pausenplatz erweitert werden. Loser sagte: «Mit dieser Erweiterung erhalten wir ein wirkliches Foyer für kleinere Anlässe, einen eigenen Brandabschnitt für Garderobenständer und einen Platz für ein modernes, vereinfachtes Office, welches zu drei Seiten nutzbar wäre.» Für die Öffentlichkeit steht ein neuer Raum für beispielsweise einen Vereinshöck, Seniorennachmittag oder Sitzungszimmer zur Verfügung und bei einem grösseren Anlass wie zum Beispiel Theaterabend oder auch ein Schulschluss können sich die Leute besser verteilen und die Ein- und Ausgänge bleiben trotzdem frei. Doch ohne Erweiterung des Foyers hätte die Schulgemeinde lediglich eine Sporthalle, doch keine Mehrzweckhalle mehr, da das jetzige Office aus Platzgründen wegfalle. In der Erweiterung könne ein zeitgemässes und an aktuelle Bedürfnisse angepasstes Office integriert werden. Damian Loser erinnerte daran, dass die Schulbürger an einer Schulgemeindeversammlung im 2025 einer solchen Version konsultativ zustimmten.
Visualisierung und Planungskredit
Für eine Erweiterung sind analog den Visualisierungen zwei verschiedene Varianten ausgearbeitet mit Flachdach oder einem weiterlaufenden Steildach. Um dieses Bauvorhaben genauer planen zu können, stellt die Schulbehörde an der Schulgemeindeversammlung vom 26. März den Antrag für einen Planungskredit über 185 000 Franken.
Damian Loser sagte: «Wir möchten die nötigen Investitionen für eine zukunftsgerichtete Verwendung tätigen.» Der Belegungsplan zeigt eine regelmässige Nutzung durch die Vereine. Die Mehrzweckhalle erfüllt wichtige Zwecke für Konzerte, grössere Versammlungen von Politik,
Gemeinde oder Vereinen, Taubenausstellungen, Theaterabende, OL-Veranstaltungen, und viele weitere Anlässe und Akteuren aus der näheren Umgebung. Loser machte deutlich: «Wir leisten also auch einen Beitrag an das gesellschaftliche und soziale Zusammenleben, was in der heutigen Zeit immer mehr Stellenwert bekommt.» Die Verwendung sei vielseitig und dank dieser Mehrzwecknutzung generiere es regelmässig Einnahmen durch diese Vermietungen.
Die Fragen im Publikum betrafen die Bauzeit, auch das wieviel Energie die Turnhalle verbraucht. Ein Teilnehmer informiert sich, wann die Schulhaussanierung anstehe.
Weiteres geplantes Vorgehen
Heissen die Schulbürger den Planungskredit gut, kann die Schulgemeinde starten und die bereits angefragten Planungsfachleute beauftragen, die nötigen Berechnungen, wie es Peter Büchel aufgezeigt hatte, vorzunehmen.
«Nach diesen Ergebnissen werden wir nach Möglichkeit bis zur ordentlichen Schulgemeindeversammlung 2027 ein Bauprojekt zur Abstimmung vorbereiten, um die notwendigen Arbeiten umsetzen zu können.» Der Gesamtkostenrahmen dafür wird auf rund 1,7 Millionen Franken geschätzt. Für die Erweiterung des Foyers mit Anbau entstünden zusätzliche Kosten von rund 700 000 Franken. Ein möglicher Baustart wäre voraussichtlich im Herbst 2027. Gemäss Damian Loser sei das Ziel, den Steuerfuss aufgrund dieser baulichen Massnahmen nicht zu verändern.
Hinweis: Die Hüttwiler Stimmberechtigten werden an der Schulgemeindeversammlung vom 26. März, 20 Uhr über einen Planungskredit abstimmen.
Text: Manuela Olgiati
Bild: zvg