Frauenfeld · 04.03.2026
Nach vielen Einsprachen folgt ein politischer Vorstoss
Verkehrskonzept Ost, Frauenfeld
Nach der öffentlichen Auflage zum Bauprojekt und zum Enteignungsverfahren Verkehrskonzept Ost gingen mehrere Einsprachen ein. EVP-Gemeinderat Roland Wyss sucht Antworten auf eine Einfache Anfrage an den Stadtrat.

Das Verkehrskonzept Ost in Frauenfeld sorgt für engagierte sowie emotionale Diskussionen und ist weiter Thema im Frauenfelder Gemeinderat. Bekannt ist, dass unter der Leitung des Tiefbauamtes des Kantons Thurgau die Behörden von Bund, Kanton und Stadt im Osten von Frauenfeld für rund 58,4 Millionen Franken das Verkehrskonzept Ost umsetzen möchten.Das Verkehrskonzept Frauenfeld Ost besteht aus fünf eng koordinierten Projekten:
1. Oststrasse (ASTRA): Fokus auf die Anbindung an die Autobahn.
2. Zürcherstrasse Ost (Kanton): Sanierung und Neugestaltung der Hauptachse.
3. Zürcher- und Bahnhofstrasse (Kanton): Verbesserung des Verkehrsflusses im Stadtzentrum mit einer Verbreiterung der Strasse und Mittelstreifen.
4. Langfeldstrasse (Stadt): Lokale Anbindung und Erschliessung.
5. Oberkirchstrasse (Stadt): Wichtige Quartierstrasse.
Befürchtungen beim Umsetzen
Am 12. Januar 2026 wurden die Landeigentümer vom Kanton Thurgau über die Enteignung von Grundstücksflächen informiert. An einer Pressekonferenz Ende Januar informierte der Regierungsrat, dass der Kanton Thurgau nach der öffentlichen Auflage Landenteignungen vornehmen könnte.
Noch während der Einsprachefrist hat sich Gemeinderat Roland Wyss (EVP) kritisch zur Kommunikation der Stadt geäussert. An der vergangenen Gemeinderatssitzung vom 18. Februar reichte Roland Wyss eine Einfache Anfrage an den Gemeinderat ein. Roland Wyss schreibt darin, dass die zuständige Stadträtin Andrea Hofmann Kolb viele Hoffnungen auf eine Einigung bei den Landeigentümern weckte. Die Stadträtin sprach noch im Juni 2025 an einer Sitzung im Gemeinderat davon, dass ihr das Gewerbe wichtig sei und das Departement für Bau und Verkehr alles daransetze, dass verträgliche Lösungen gefunden werden können. Der Gemeinderat hatte bei der Abstimmung dem Verkehrskonzept Ost mit grossem Mehr zugestimmt. Gemeinderat Roland Wyss befürchtet, dass die Worte der Stadträtin nicht umgesetzt werden und wartet mit Fragen auf die Antworten.
Mit zahlreichen Einsprachen werden sich gemäss Roland Wyss einige Landeigentümer wehren. Mit der Einfachen Anfrage hat Roland Wyss vier Fragen an den Stadtrat eingereicht. Einerseits fragt er an: «Wie sich der Stadtrat zum Vorgehen stellt, bereits bei der Bauauflage Enteignungen einzuleiten?» «Wo bleibt die versprochene Unterstützung für die Betroffenen seitens der Stadt?», fragt Gemeinderat Roland Wyss weiter. Ebenfalls möchte er wissen, ob dieses Vorgehen zukünftig bei städtischen Projekten zu erwarten wäre? Eine Antwort erwartet der Gemeinderat auch zur Frage, ob sich die Stadt an den durch die Verfahren entstehenden Kosten und Aufwendungen der Betroffenen beteiligt.
Manuela Olgiati