Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 29.04.2026

Frauenfelds neues Herzstück: Verwaltungsgebäude öffnet seine Türen

Schon von weitem ist die Musik zu hören: Das Spiel der Kantonspolizei Thurgau empfängt die Besucherinnen und Besucher mit einem festlichen Auftakt. Familien, Neugierige, Spaziergänger, ehemalige Mitarbeiter sie strömen an diesem Samstagmorgen über den neu gestalteten Vorplatz, während die Morgensonne die Holzfassade des Neubaus strahlen lässt.

 

 

Dort, wo einst ein grosser Parkplatz mit einem alten Lagergebäude das Vorstadtviertel prägte, erhebt sich nach dreijähriger Bauzeit ein moderner Holzbau, umgeben von einem neu gestalteten Park mit Sitzgelegenheiten, Bäumen und Sträuchern. Im Zentrum des Vorplatzes das Kunstwerk «round table» von Bob Gramsma, sechs Elsbeerenbäume als stille Zeugen: ein Ort, der Volk und Verwaltung zusammenbringen soll.
Regierungsrat Walter Schönholzer, Chef des Departementes für Inneres und Volkswirtschaft, eröffnete den Anlass pünktlich um 9 Uhr. «Wir haben hier nicht nur neue Büros bezogen, sondern eine moderne Infrastruktur für eine noch engere und effizientere Zusammenarbeit geschaffen», sagte Schönholzer. «Mit der Zusammenführung von fünf der sieben Fachämter meines Departementes und des Generalsekretariates unter einem Dach nutzen wir Synergien optimal, was den Anforderungen der Bevölkerung an eine zeitgemässe Verwaltung vollumfänglich entspricht.» Wer zu spät kam, verpasste die Worte, nicht aber den Rundgang: Infostände der fünf eingezogenen Ämter: Energie, Geoinformation, Landwirtschaft, Informatik sowie Wirtschaft und Arbeit und des Generalsekretariats luden zum Erkunden ein. Das Forstamt zeigte in einer Ausstellung, was moderner Holzbau bedeutet, ein eigens produzierter Film dokumentierte die Entstehung des Gebäudes, und ein Wettbewerb mit attraktiven Preisen sorgte für zusätzlichen Anreiz. Bis um 15.30 Uhr zählte man rund 1300 Besucherinnen und Besucher; ein klares Zeichen, dass das Interesse der Bevölkerung an «ihrer» neuen Verwaltung gross ist.


Ein Gebäude mit Geschichte
Das Projekt hat eine lange Vorgeschichte. Der offene Wettbewerb wurde 2016 ausgeschrieben, 99 Projekte eingereicht. Den Zuschlag erhielt «dino» vom Zürcher Architekturbüro Gäumann Lüdi von der Ropp, vor allem wegen der beeindruckenden Effizienz seines Grundrisses: Statt der geforderten 180 Arbeitsplätze ermöglicht die Anordnung der sieben Bürofinger auf vier Geschossen bis zu 300 Arbeitsplätze.
Im September 2020 genehmigte die Frauenfelder Stimmbevölkerung den Kredit – inklusive einer Besonderheit: Die Villa Bär an der Staubeggstrasse, einst Wohnhaus des Fotografen Jakob Bär, wurde um rund 18 Meter nach Osten verschoben und knapp sieben Grad gedreht. Sie wird saniert und künftig ebenfalls als Bürogebäude genutzt.


Mehr als nur Büros
Das Gebäude beherbergt im Erdgeschoss eine Cafeteria, Konferenzräume und eine Tiefgarage mit 215 Parkplätzen, die künftig auch der Öffentlichkeit ausserhalb der Geschäftszeiten offensteht. Eine Besonderheit steckt im Untergeschoss: Dort befindet sich die neue Energiezentrale von Thurplus, die künftig umliegende Altbauten mit Fernwärme versorgt.
Im Oktober 2025 begann das Departement für Inneres und Volkswirtschaft mit dem Einzug, seit November wird darin gearbeitet. Fünf Ämter und das Generalsekretariat haben moderne Arbeitsplätze bezogen. Ein weiterer Schritt steht bevor: Gegen Ende des Jahres wird das Amt für Umwelt die frei gewordenen Büroflächen des Verwaltungsgebäudes Promenade beziehen.
Am Ende des Rundgangs, beim Kunstwerk auf dem Vorplatz, konnte man nochmal einen Blick auf die neue Holzfassade werfen.  «Schön ist es geworden», so tönte es von den Gästen, die den Nachmittag im Freien genossen. Für Speis und Trank war reichlich gesorgt. 


Text und Bild: Elke Reinauer/zvg