Frauenfeld · 06.05.2026
Bundesinnovationspreis für den FlexoHauslift
Flexomobil GmbH, Islikon, Flexibel in die Zukunft
Zahlreiche Gratulationswünsche durfte die Flexomobil GmbH zum Bundesinnovationspreis 2026 des deutschen Wirtschaftsministeriums entgegennehmen. Mit diesem Hauslift wird es Menschen mit einer Einschränkung ermöglicht, länger im eigenen Zuhause zu leben. Eine herausragende Leistung mit Praxisbezug.

Die Treppe war lange ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Doch für viele Menschen wird sie mit zunehmendem Alter oder durch körperliche Einschränkungen zum Hindernis. Genau hier setzt eine Innovation an, die beim Bundespreis für hervorragende Leistungen im Handwerk für Aufmerksamkeit sorgte: der FlexoHauslift. Entwickelt wurde das System von Flexomobil in Islikon, gemeinsam mit Partnern der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) sowie aus dem Handwerk. Ziel war es, eine Lösung zu schaffen, die sich unkompliziert in bestehende Wohnhäuser integrieren lässt – ohne aufwendige Umbauten oder hohe Kosten, wie sie bei klassischen Aufzügen üblich sind. Mit Handläufen hat sich die Flexo-Gruppe bereits einen Namen gemacht. Ergänzend zum Lift empfiehlt das Unternehmen bei allen Treppen im Innen- und Aussenbereich normgerechte Handläufe.
Mobilität neu denken
Überreicht wurde der Bundespreis an der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München. In den Räumlichkeiten der Isliker Firma Flexomobil fand kürzlich eine Feier statt. Anwesend waren Ralph Leuenberger aus der Geschäftsführung der Flexo Handlauf GmbH sowie Siegfried Schmid, Initiant und treibende Kraft hinter der Entwicklung. Abteilungsleiter Marc Schwerzler erläuterte die Funktion des neuen Hausliftes. Das höchste Gut sei die Gesundheit der Menschen. Alle wollten selbstbestimmt und unabhängig leben. Schwerzler sagt: «Für ältere Menschen wird das Überwinden von Treppen oft unerwartet schnell zur Herausforderung.» Flexomobil nimmt sich dieser Aufgabe an und ermöglicht es, sicher ins nächste Stockwerk zu gelangen. «Wir denken die Mobilität im eigenen Zuhause neu», so der Abteilungsleiter. Entstanden ist ein modulares Liftsystem, das sich flexibel an unterschiedliche bauliche Gegebenheiten anpassen lässt. Anders als herkömmliche Treppensitzlifte ermöglicht der FlexoHauslift den Transport ohne Umsteigen – ein Detail, das im Alltag einen grossen Unterschied macht.
Technik und Handwerk verbinden
Flexomobil wurde vor drei Jahren gegründet, seither wird intensiv an Innovationen gearbeitet. Ausgangspunkt war die Suche von Inhaber Siegfried Schmid nach optimalen Lösungen für Menschen mit Einschränkungen. Herkömmliche Sitzlifte erfüllten die Anforderungen nicht. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wurde hinzugezogen und entwickelte den ersten Prototyp eines neuen Hausliftes für ein privates Wohnhaus. Besonders bemerkenswert ist die Verbindung von Technik und Handwerk: Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass sie individuell gestaltet werden kann. Schreiner und weitere Branchen können die Verkleidung an den Wohnraum anpassen. Damit wird der Lift nicht nur zur funktionalen Hilfe, sondern fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.
Praxisbezug in den Alltag
Die Jury des Innovationspreises würdigte insbesondere den praxisnahen Ansatz. Die Internationale Handwerksmesse, in deren Rahmen die Auszeichnung vergeben wird, gilt als bedeutende Plattform für zukunftsweisende Entwicklungen im Handwerk. Neben technischer Raffinesse spielen dabei auch Wirtschaftlichkeit und gesellschaftlicher Nutzen eine zentrale Rolle. Genau hier trifft das Projekt den Nerv der Zeit. Angesichts einer alternden Gesellschaft wächst der Bedarf an barrierefreien Wohnlösungen stetig. Viele Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Innovative Systeme wie der FlexoHauslift tragen dazu bei, diesen Wunsch Realität werden zu lassen.
Für die Entwickler ist die Auszeichnung ein klares Zeichen dafür, dass praxisnahe Innovationen aus dem Handwerk einen wichtigen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten können. Für die Nutzer geht es damit senkrecht nach oben – mit Stil und Würde.
Text und Bild: Manuela Olgiati