Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 06.05.2026

Die IG Stadtleben für ein lebenswertes Frauenfeld

 

 

Am 25. April gründeten 35 Bewohnerinnen und Bewohner aus Frauenfeld die Interessengemeinschaft Stadtleben. Sie wollen sich für eine lebenswerte, vielfältige Stadt einsetzen.
Zwei Tage später stellten sieben Vertreter der IG den Medien ihre Vision vor. Die anwesenden Initianten waren die vier Gemeinderäte Tobias Lenggenhager (CH), Dominique Mayer (Grüne), Stefan Thalmann (GLP), Roland Wetli (CH) sowie die weiteren Mitglieder Mathias Lenggenhager, Justin Rose und Sarah Schatzmann.
Die IG Stadtleben ist parteiunabhängig und offen für alle. Sie setzt sich ein für eine Stadtentwicklung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Alle Menschen sollen sich gerne in ihrer Stadt aufhalten, sich sicher bewegen und aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen können. Die IG unterstützt Vorhaben, die zur Lebensqualität beitragen. Dazu gehören Nachhaltigkeit, möglichst geringe Lärm- und Luftbelastungen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sowie attraktive Grün- und Freiräume. Sicherheit im öffentlichen Raum ist eine weitere Voraussetzung für Lebensqualität. Jeder der anwesenden Initianten stellte einen der sieben Leitsätze ausführlich vor.


Lebensqualität im Alltag
Eine lebenswerte Stadt zeichnet sich durch eine hohe Aufenthaltsqualität im Alltag aus. Sie bietet eine ausgewogene Balance zwischen Ruhe und Bewegung und schafft Orte, in denen sich Menschen gerne aufhalten.


Eine Stadt für alle
Frauenfeld soll für alle zugänglich und nutzbar sein, unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Die Stadt soll insbesondere auf die Bedürfnisse von Familien, Kindern, älteren Menschen und anderen verletzlichen Gruppen Rücksicht nehmen. So sollen Zugänge möglichst barrierefrei sein.


Gesund, nachhaltig und klima-angepasst
Die IG fördert eine Stadt mit möglichst geringen Lärm- und Luftbelastungen sowie guten Bedingungen für Bewegung und Erholung. Die Initianten setzen sich für klima-angepasste Räume mit Grünflächen und Schatten ein.


Kurze Wege für den Alltag
Eine «15-Minuten-Stadt» ermöglicht es, zentrale Angebote des täglichen Lebens (Arbeit, Versorgung, Bildung und Freizeit) einfach und schnell zu erreichen. Eine gut zugängliche Stadt erleichtert den Alltag und stärkt die Selbständigkeit.


Sicher unterwegs
Die IG setzt sich für einen Strassenraum ein, der für alle sicher ist. Infrastruktur und Verkehrsführung sollen so gestaltet sein, dass Unfälle vermieden und sich auch Kinder selbständig und sicher bewegen können.


Reichhaltige Stadt
Die IG versteht das Wachstum von Frauenfeld als Chance für mehr Vielfalt und Lebendigkeit. Entscheidend dafür ist eine aktive Nutzungsmischung: Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Kultur und Freizeit.


Stellungnahme zu aktuellen Frauenfelder Themen
Roland Wetli gab Statements ab, die Frauenfeld zurzeit bewegen. Zuerst äusserte er sich zur flächendeckenden Temporeduktion in der Innenstadt. Er zeigte sich erfreut, dass sich der Stadtrat und das kantonale Tiefbauamt im März 2025 vorbehaltlos für die Einführung von Tempo 30 in der Innenstadt ausgesprochen haben. Roland Wetli meinte dazu: « Die Temporeduktion ist demokratisch legitimiert, auch wenn es dazu andere Stimmen gibt.» Die Einführung von Tempo 30 werde aber weiter blockiert, weil der Verein Stadtzentrum mit Zukunft (VSZM) beim Verwaltungsgericht eine Beschwerde eingereicht hat. Dass in Frauenfeld rund 1000 Menschen schädlichem Lärm ausgesetzt seien, sei eigentlich gesetzeswidrig. Der Lärmschutz werde durch den Bund geregelt. Dass Frauenfeld das Recht des Bundes vollziehe, sei eine Selbstverständlichkeit und habe nichts mit einer Kriminalisierung der Autofahrenden zu tun.
In einem zweiten Statement gab Roland Wetli Auskunft zur Parkplatzsituation in Frauenfeld. Am 31. Juli 2025 waren in Frauenfeld 2109 öffentlich nutzbare Parkplätze vorhanden. Das Parkplatzangebot ist somit mehr als ausreichend. Die IG fordert, dass oberirdische Parkplätze in der Innenstadt konsequent unter den Boden verlegt werden. Im Vordergrund stehen die oberirdischen Parkplätze auf dem Marktplatz und dem Mätteli. Der Bau von unterirdischen Parkhäusern könne mit den Mitteln der Spezialfinanzierung Parkierung gefördert werden.
Es ist der IG ein grosses Anliegen, dass die Bevölkerung bei Planungsprozessen mitwirken kann. Die Gestaltung des Stadtraums ist eine Angelegenheit, die alle angeht.


Text und Bild: Ulrich Flückiger