Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 06.05.2026

Frauenfeld erzielt fast 13 Millionen Franken Gewinn

Stadtrechnung 2025

Die Rechnung 2025 der Stadt Frauenfeld schliesst mit einem Gewinn von 12,67 Millionen Franken ab, was einer Verbesserung von 9,22 Millionen Franken entspricht. Budgetiert für 2025 war ein Gewinn von 3,45 Millionen. Stadtpräsident Claudio Bernold nannte den Abschluss «erfreulich». Auch Thurplus und das Alterszentrum Park schlossen das Jahr positiv ab.

 

 

Die Gründe für das deutlich bessere Ergebnis sind vielfältig. Allen voran stehen höhere Steuererträge: Die Einnahmen übertrafen die Erwartungen um rund 3,04 Millionen Franken. Mit über zwei Millionen Franken trugen insbesondere die natürlichen Personen dazu bei, auch die juristischen Personen übertrafen das Budget um rund 646 000 Franken. Bei den Grundstückgewinnsteuern wurden statt der budgetierten 1,6 Millionen gut 2,19 Millionen Franken erzielt.
Hinzu kommen Vorhaben, die schlicht noch nicht umgesetzt wurden. So war der Wechsel der städtischen IT für 2025 budgetiert, die Kosten fallen jedoch erst 2026 an. Auch Unterhaltsarbeiten an Verwaltungsliegenschaften konnten mangels personeller Ressourcen nicht durchgeführt werden, was den Aufwand um über 700 000 Franken reduzierte. Bei Strassen- und Kanalisationsprojekten ist es laut Stadt üblich, dass geplante Kosten und tatsächliche Ausgaben voneinander abweichen: Von den vorgesehenen Nettoinvestitionen von 11,63 Millionen Franken wurden nur 8,14 Millionen umgesetzt, so Reto Angehrn, Leiter Amt für Finanzen und Steuern, bei der Präsentation der Rechnung.
Ein weiterer Posten, der das Ergebnis verbessert: der Wegfall der Überbrückungsrente von Alt-Stadtrat Andreas Elliker. Die vorzeitige Aufhebung sei Dank konstruktiver Gespräche möglich geworden, heisst es von der Stadt.
Positiv fiel auch die Schlossbadi ins Gewicht. Der «Effekt des Neuen» halte an, so die Stadt: Die Einnahmen stiegen gegenüber dem Budget um rund 476 000 Franken, gleichzeitig sanken die Betriebskosten um über 165 000 Franken.


Thurplus stärkt Haushalt
Thurplus erzielte im Geschäftsjahr 2025 ein Ergebnis von 12,3 Millionen Franken, 6,3 Millionen Franken besser als budgetiert. Rund 2,8 Millionen Franken fliessen an die Stadt Frauenfeld: 2 Millionen als Abgaben, 0,8 Millionen als Gewinnausschüttung.
Das Unternehmen investierte 9,8 Millionen Franken in den Ausbau der Versorgungsnetze und neue Anlagen. Schwerpunkte waren die Erschliessung der Schaffhauser- und Häberlinstrasse mit Fernwärme sowie der Bau der Energiezentrale Altstadt. Thurplus ist mit einem Eigenkapital von 155,1 Millionen Franken und flüssigen Mitteln von 36,6 Millionen Franken solide aufgestellt.
Geschäftsleiter Peter Wieland betonte das Engagement seiner Belegschaft: «Sie sorgen mit ihrem Fachwissen und ihrem täglichen Einsatz dafür, dass sich Frauenfeld jederzeit auf eine sichere und leistungsfähige Versorgung verlassen kann.»


Alterszentrum Park: Schwarze Null
Das Alterszentrum Park schreibt erstmals seit 2019 wieder schwarze Zahlen. Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit einem Gewinn von 13 000 Franken ab, eine Verbesserung von rund 1,56 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr, das noch einen Verlust von 1,55 Millionen ausgewiesen hatte.
Stadträtin Regine Siegenthaler blickte auf einen schwierigen Weg zurück. 2024 hatte das AZP doppelt so viel Verlust wie 2023 verbucht. «Höhere Absenzen und steigende Kosten waren unter anderen die Gründe», sagte sie. Der Stadtrat habe daraufhin die Notbremse gezogen: Eine zwölfmonatige Reorganisation wurde eingeleitet, mit messbarem Erfolg. «Die Reorganisation lief 12 Monate und brachte eine ausgeglichene Rechnung», so Siegenthaler. Innerhalb dieses Jahres konnten 1,2 Millionen Franken eingespart werden. Allein der Entscheid, vollständig auf externes Personal zu verzichten, brachte Einsparungen von einer halben Million Franken.
Strukturelle Prozesse wurden verändert, Massnahmen in der Führung ergriffen. Eine Mitarbeiterumfrage habe ein positives Arbeitsklima bestätigt, so Siegenthaler. «Die Zahlen stimmen positiv. Wir sind auf einem guten Weg.»
Für die Begleitung des Reorganisationsprozesses wurde der externe Berater Benno Gmür beigezogen. Er erhielt ein Honorar von 15 000 Franken pro Monat, insgesamt 180 000 Franken über zwölf Monate. 72 000 Franken davon waren erfolgsabhängig und werden nun ausbezahlt.
Herausforderungen bleiben: Die Aufenthalte der Bewohnenden werden tendenziell kürzer, der Pflegebedarf steigt. Dennoch blickt das AZP optimistisch voraus. «Das Ziel ist erreicht», sagte Siegenthaler. Jetzt stehen weitere Schritte an, unter anderen, eine neue Leitung zu finden und die geplante Verselbständigung des AZP.  


Text: Elke Reinauer
Bild: zvg