Frauenfeld · 01.07.2026
«Wir sind zwar Zweiter, aber es war trotzdem ein grossartiges Turnfest»
Neben Zihlschlacht und Wettingen war mit Wangen ein weiterer Eidgenössischer Turnfestsieger zu Gast in Islikon. Die Entscheidung in dieser ersten Stärkeklasse fiel hauchdünn für Wettingen aus.

Das Aufeinandertreffen der drei Schweizer Turngiganten versprach logischerweise Hochspannung. Und die bekamen die Zuschauer bei extrem heissen Temperaturen auch tatsächlich geboten. Mit einem minimalsten Vorsprung von fünf Hundertsteln holte sich Wettingen den Sieg. Und nach diesem Triumph hielten die strahlenden Gewinner den Siegeskranz in die Höhe und meinten: «Wow, dass es so knapp ausgehen könnte, damit hat wohl niemand gerechnet. Wir sind überglücklich, dass wir auch diesmal unsere beste Leistung abrufen konnten».
Wangen kreuzte mit knapp hundert Teilnehmern in Islikon auf. Oberturner Dario Schättin gab Auskunft über das Vorgehen: «Am Samstagmorgen sind wir in der Geräte-Kombination aktiv gewesen. Dann haben wir uns in der Schlossbadi Frauenfeld abgekühlt und am Nachmittag folgte der Vereins-Wettkampf. Wir haben ein junges Team und ich glaube nicht, dass wir Wettingen schlagen können.»
Spannung bis zum Schluss
Doch dann war es wie in einem Hitchcock-Krimi, den Schwyzern fehlten lediglich fünf Hundertstel zum Erfolg. Kein Grund zur Trauer bei Schättin: «Wir sind zwar Zweiter geworden, aber es war trotzdem ein grossartiges Fest. Mit so vielen Teilnehmern in verschiedenen Disziplinen hätte es an einem Eidgenössischen wohl sogar zum Sieg gereicht. Jetzt fahren wir glücklich nach Hause und sind froh, dass wir uns nach drei Hitzetagen endlich richtig abkühlen können.»
Auf Platz drei landete mit Galgenen gleich ein weiterer Ort aus dem Kanton Schwyz, vor Mitfavorit Zihlschlacht und Eschlikon. Elfter war Gachnang-Islikon. In der 2. Stärkeklasse triumphierte Zihlschlacht.
Mitten am Samstagnachmittag marschierten einige Mitglieder des TV Matzingen bereits aus dem Festgelände. Wie ist es gelaufen? «Wir werden nicht Erster, aber ganz sicher nicht Letzter. Jetzt gehen wir nach Hause zum Duschen und Umziehen, und am Abend kommen wir logischerweise wieder hierher zurück.»
Kurz nach dem Abschluss des Festes machten sich die Turnerinnen und Turner aus Buchs mit Sack und Pack auf den Weg zum Bahnhof in Islikon. Und zwar sehr glücklich: «So sehen Sieger aus in der 2. Stärkeklasse», strahlten die St. Galler und zeigten das Victory-Zeichen.
Text und Bild: Ruedi Stettler
Infobox
Zufriedener OK-Präsident zieht Bilanz
Der TV Gachnang-Islikon war nicht nur ein gewiefter Organisator und ein herzlicher Gastgeber, sondern turnte noch mit. In der 3. Stärkeklasse – unter anderem war auch OK-Präsident Yves Scherrer dabei – holte man sich gar den Sieg. Nachstehend gibt Scherrer Auskunft zu unseren Fragen.
Wie bist Du mit dem gesamten Festablauf zufrieden?
Wir sind sehr zufrieden. Wir hatten keine grösseren Zwischenfälle und das Wichtigste: Die Turnerinnen und Turner waren alle begeistert – von den Wettkampfanlagen über die Feststimmung bis hin zur Ab-schlusszeremonie.
Was verursachte die Hitze für zusätzliche Massnahmen?
Aufgrund der Hitze haben wir zusätzliche Zelte sowie Sonnenschirme organisiert. Auf die Schnelle haben wir sogar einen kleinen Wasserpool auf der landwirtschaftlichen Wiese erstellt. Mit zusätzlichen Trinkwasserstellen konnte für wichtige Abkühlung vor einer Hydrierung gesorgt werden.
Welches war Dein Highlight?
Neben den vielen sportlichen Highlights in der Leichtathletik, beim Geräteturnen, Polysport oder Aerobic/Gymnastik war das viele positive Feedback aller Teilnehmenden sehr besonders. Aber mein Highlight war der Wettkampf sowie die Rangverkündigung der PluSportriegen (Sportlerinnen und Sportler mit Beeinträchtigung). Die positiven Emotionen sowie die pure Freude an der Bewegung haben mich sehr beeindruckt. Da können sich Sportler ohne Beeinträchtigung eine Scheibe abschneiden.
Ruedi Stettler