Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 01.07.2026

Wenn Nachbarn zu Helfern werden

Nachbarschaftshilfe Frauenfeld / Kurz-Dorf-Träff

Es begann mit dem Quartierprojekt «Älter werden im Quartier» (AWIQ), welches die Stadt Frauenfeld vor zehn Jahren förderte. Was vor einem Jahrzehnt als Vision für ein solidarisches Quartier begann, ist heute aus dem Kurzdorf nicht mehr wegzudenken. Die Nachbarschaftshilfe (NBH) Kurzdorf feierte am Samstag im VIVA Kurzdorf ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Jubiläumsfeier. Bereits im Januar hat der Kurz-Dorf-Träff ein Jubiläum gefeiert. Beide Institutionen suchen freiwillige Helfer.

 

 

Am Samstag hat der Dachverband Freiwilligenarbeit (DaFa) und die Steuergruppe Nachbarschaftshilfe das 10-Jahr-Jubiläum mit Gründungsmitgliedern und Gästen im 
Begegnungszentrum VIVA gefeiert.
Die Nachbarschaftshilfe Frauenfeld blickt auf zehn erfolgreiche Jahre zurück. DaFa-Vorstandsmitglied Heinz Wiederkehr freute sich über diese Entwicklung. Alt-Stadträtin Elsbeth Aepli, die Mitinitiantin von Nachbarschaftshilfe und Freizeitbörse weilte unter den Gästen. Die aktuelle Stadträtin Regine Siegenthaler lobte das Engagement und sprach von Professionalität. Eine Leiterin (NBH)-Fachstelle wurde mit Isabella Pedicillo angestellt, welche die Dienstleistungen der Nachbarschaftshilfe bereits in den Quartiervereinen präsentierte. Heinz Wiederkehr sagte: «Was 2016 im Quartier Kurzdorf als Pilotprojekt begann, hat sich zu einer festen Institution entwickelt.»


Nachbarn unterstützen
Organisiert vom DaFa, verfolgt die Nachbarschaftshilfe ein einfaches, aber wirkungsvolles Ziel: Menschen aus der Nachbarschaft unterstützen sich gegenseitig unkompliziert, freiwillig und kostenlos im Alltag. Das Angebot steht allen Altersgruppen offen und stärkt den sozialen Zusammenhalt in den Quartieren. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer übernehmen vielfältige Aufgaben – von kleinen Handreichungen in Haus und Garten über Einkaufshilfen und Botengänge bis hin zur Begleitung zu Arztterminen. Ebenso wichtig sind die regelmässigen Besuchsdienste, gemeinsame Spaziergänge und Gespräche, die Einsamkeit entgegenwirken und neue Begegnungen ermöglichen.
Jürg Rietmann, der im Quartier Ergaten-Talbach die Nachbarschaftshilfe einführte, erzählte von zahlreichen positiven Rückmeldungen. Rietmann sagte: «Ich kenne ein Ehepaar, das nicht mehr zuhause wohnen könnte, ohne Unterstützung von deren Nachbarn. An der Jubiläumsfeier blickte Heinz Wiederkehr auf die weitere Entwicklung. Besonders hervorgehoben wurde, dass die Nachbarschaftshilfe nicht nur praktische Unterstützung bietet, sondern auch Brücken zwischen Generationen und Kulturen schlägt.
Die Erfolgsgeschichte zeige eindrücklich, wie aus einer Idee im Quartier Kurzdorf ein stadtweites Netzwerk entstehen konnte. Heute profitieren Menschen von der unkomplizierten Hilfe unter Nachbarn. Es ist ein Zeichen dafür, dass Solidarität und Gemeinschaft in Frauenfeld aktiv gelebt werden.
Mit dem Jubiläum richtete sich der Blick zugleich nach vorne: die Nachbarschaftshilfe soll mehr Menschen zusammenbringen, Freiwillige für ein Engagement gewinnen und dazu beitragen, dass Frauenfeld eine lebenswerte Stadt mit starken Quartieren bleibt. Mehr Information unter fachstelle@nachbarschaftshilfe-frauenfeld.ch oder Telefon 052 378 15 00.


Text und Bild: Manuela Olgiati