Frauenfelder Woche

Frauenfeld · 08.07.2026

Stolz das Trikot mit dem weissen Kreuz tragen

Der Matzinger Mountainbiker Casey South hat seinen Titel an den Schweizer Meisterschaften in Evolène im Marathon erfolgreich verteidigt.

 

 

Schon drei Tage nach seinem Exploit war Casey South mit dem Velo wieder auf Trainingsfahrt im Thurgau unterwegs. Kurz bevor er sich auf den Weg ins Südtirol machte, wo er oft bei seiner Freundin anzutreffen ist. Aber auch in Wolkenstein blieb er nicht lange, denn bereits am Sonntag ist er mit seinem italienischen Team Torpado Kenda FSA, für das er seit 2022 fährt, nach Andorra gereist. Auf ihn wartete dort ein viertägiges Etappenrennen. In der Woche danach steht bereits die Europameisterschaft im Norden Spaniens auf dem Programm. Das Saison-Highlight.
Nochmals ein kurzer Rückblick auf die Schweizer Marathon-Meisterschaft. Der 28-jährige Thurgauer meinte nach seinem Triumph: «Die klassische Alpenstrecke führte über 63 Kilometer und 2800 Höhenmeter und erreichte mit 2400 Metern über Meer ihren höchsten Punkt. Neben der Höhe stellte auch die sommerliche Hitze die Fahrer vor zusätzliche Herausforderungen».
Seit fünf Jahren ist South Profi und deshalb schon so etwas wie ein Routinier. Darum lautete sein Fazit danach: «Als Titelverteidiger konnte ich das Rennen von Beginn an kontrollieren und mir zum zweiten Mal in Folge den Titel sichern. Ich bin sehr stolz darauf, meine Leistung erneut an den Schweizer Meisterschaften abrufen zu können. Es erfüllt mich zudem mit grosser Freude, bei internationalen Wettkämpfen sowie im täglichen Training das rote Trikot mit dem weissen Kreuz tragen zu dürfen».


Wieder Schlüsselbeinbruch
Wie viele Rennen hat Casey South in dieser Saison schon absolviert? «Nicht so viele, denn im Frühjahr habe ich mir beim Cape Epic in Südafrika bei einem Sturz das Schlüsselbein gebrochen und musste erneut operiert werden», erzählt der 28-Jährige. Ironisch fügt er an: «Wie schon im Vorjahr. Jetzt bin ich stabil, denn ich habe nun links und rechts eine Platte in meinem Körper. Wahrscheinlich bleiben die sogar drin».
Nach diesem Malheur sass er nur gerade zwei Wochen nicht mehr auf dem Velo. Der Marathon-Spezialist wollte möglichst rasch wieder in den Rennmodus finden. Das ist ihm offensichtlich gut gelungen: Nur sechs Wochen nach der Operation belegte er beim renommierten Gravel-Rennen The Traka in Girona den hervorragenden zwölften Platz. Kurz darauf fuhr er beim Weltcup in Andorra auf Rang fünf.
Bleibt also abzuwarten, was der Thurgauer nach dem Meistertitel bei den nächsten Wettkämpfen und insbesondere an der EM für Ergebnisse abliefern wird.


Text: Ruedi Stettler
Bild:  Martin Plattner