Frauenfeld · 18.07.2026
Zukunft gestalten
Projekt «Adler Halle», Politische Gemeinde Wigoltingen
Die Wigoltinger Gemeindepräsidentin Franca Burkhardt beantwortete einem Publikum Fragen zum Projektstand der geplanten Adler Halle als Herzstück der Entwicklung der Adler Zone im Dorfzentrum. Basis bildet eine nachhaltige Planung mit interessanter Vorgeschichte.

Die Politische Gemeinde Wigoltingen treibt die Entwicklung der Adler Zone weiter voran. Im Zentrum steht die geplante Adler Halle, welche die in die Jahre gekommene Mehrzweckhalle aus den 1930er-Jahren ersetzen soll. Gemeindepräsidentin Franca Burkhardt informierte am 7. Juli in der Mehrzweckhalle Wigoltingen über den aktuellen Stand der Projektierung und stellte die nächsten Planungsschritte vor. Im Vorfeld haben die Wigoltingerinnen und Wigoltinger im Mitteilungsblatt «Dorfspatz» über das Grossprojekt erfahren.
Gemeindepräsidentin Franca Burkhardt stellte an der Informationsveranstaltung den Stand der Projektierung der Adler Halle als Teil der Gesamtentwicklung der Adler Zone (öffentliche Zone in Wigoltingen) vor. Rund 100 Interessierte, darunter zahlreiche Mitglieder von Sportvereinen, sind in der Mehrzweckhalle erschienen. Informationen haben die Wigoltinger Einwohnerinnen und Einwohner zuvor auch im «Dorfspatz», dem Mitteilungsblatt der Gemeinde, erhalten. Es geht um ein Zukunftsprojekt.
Die aus den 1930er-Jahren stammende Mehrzweckhalle stösst alters- und platzmässig an ihre Grenzen. Ein Ersatz muss her. Die neue Adler Halle, eine moderne grosse Mehrzweckhalle möchte die Politische Gemeinde Wigoltingen mit den Bedürfnissen der Bevölkerung und den weiteren Körperschaften abstimmen. Den Projektierungskredit über 267 000 Franken für die neue Mehrzweckhalle hiessen die Stimmberechtigten an der Budgetversammlung im Dezember 2025 gut. Für die weitere Projektentwicklung hat Wigoltingen entschieden, auf einen klassischen Architekturwettbewerb zu verzichten und stattdessen eine Totalunternehmer (TU)-Submission durchzuführen. Die TU-Kommission mit sieben Mitgliedern, in der auch Wigoltinger Ingenieure und Architekten Einsitz haben, koordiniert auf der Grundlage des erarbeiteten Masterplans «Adler Zone» die Entwicklung der Gemeindeparzellen im Norden dieser Zone. An der Informationsveranstaltung möchte die Gemeindepräsidentin Bedürfnisse der Bevölkerung herausspüren. Fragen aus dem Publikum betreffen mit Priorität den Ersatz der alten Mehrzweckhalle. Auch die Baukosten sowie die Neuordnung der Verkehrsführung sind Themen.
Dorfzentrum für Generationen
Die Adler Halle soll das Wigoltinger Begegnungszentrum für die gesamte Bevölkerung werden. Beim Raumprogramm wird bewusst auf Flexibilität gesetzt, welche Bedürfnisse für Sport, Vereine, Kultur, öffentliche Versammlungen und weitere Anlässe abdeckt. Die vorgesehenen Räume sollen multifunktional nutzbar sein, was die Komplexität erhöhe, aber eine kosteneffiziente Lösung sei, ergänzt die Gemeindepräsidentin. Zudem hat die Gemeindeverwaltung in naher Zukunft Raumbedarf und möchte vom ehemaligen Wohnhaus an der Oberdorfstrasse in eine grössere Liegenschaft zügeln. In einer konsultativen Abstimmung wurde eine erste Prüfung dieses Vorhabens gewünscht.
Entscheid an der Urne
Das Ziel der Gemeinde ist, solide Grundlagen für die spätere Entscheidung über das Bauvorhaben zu erarbeiten und der Bevölkerung eine detaillierte Auslegeordnung zu präsen-
tieren. Über einen Baukredit werden die Stimmberechtigten zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Die Gemeindepräsidentin sieht mit zusätzlichen Abklärungen die finale Präsen-
tation an der Gemeindeversammlung frühestens im Herbst 2027 vor. Die Gemeindeversammlung wird dann über einen Urnengang entscheiden. Ein Gesamtprojekt hat gemäss Franca Burkhardt einen Budgetrahmen von maximal 25 Millionen Franken. Sie erläutert, dass die Gemeinde in den aktuellen Finanzplananalysen ein solches Projekt stemmen könnte. «Zum jetzigen Zeitpunkt steht eine Steuerfusserhöhung nicht zur Diskussion», erklärt die Gemeindepräsidentin weiter. In der Bevölkerung erfahren die Projektpläne viel Goodwill.
Planung mit neuem Gemeindehaus
Die Gemeindepräsidentin erwähnt die Vorteile in einer Gesamtlösung mit einer langfristigen optimierten Planung. Inhalte sind die Adler-Halle als Hauptprojekt, hinzu kommt das geplante neue Gemeindehaus, auch Parkierung, Energie und Erschliessung. Es gehe auch darum, Kosten durch Synergien zu sparen. Schliesslich versichert Burkhardt, die Einwohnerinnen und Einwohner regelmässig zu informieren.
Strategie Vision Adler
In der Vorgeschichte zur Vision Adler hat sich die Wigoltinger Bevölkerung aktiv an der Mitwirkung der Volksschulgemeinde (VSG) Wigoltingen beteiligt, worauf in der Entwicklung der öffentlichen Adler Zone zu achten sei. Die bisher zweijährige Planung nahm eine Fortsetzung, federführend ist die Politische Gemeinde Wigoltingen. Bei der Informationsveranstaltung vom 28. Mai 2025 tauschten sich Einwohnende, Gewerbe und Vereine über die gesellschaftlichen Treffpunkte, Hallen und Parkmöglichkeiten der Adler Zone aus. Diese Erkenntnisse flossen in die weitere Planung ein.
Zu Beginn des Jahres 2026 hat die Gemeinde gemeinsam mit einem breit abgestützten Designteam die Grundlagen für das Projekt Vision Adler erarbeitet. Das Team setzte sich intensiv mit vergleichbaren Projekten im Kanton Thurgau auseinander, besichtigte bestehende Anlagen und tauschte sich mit verantwortlichen Baukommissionen aus. Ziel war es, von den Erfahrungen anderer Gemeinden zu profitieren und daraus tragfähige Grundlagen für Wigoltingen zu entwickeln.
Auf Basis dieser Erkenntnisse unterbreitete das Designteam dem Gemeinderat mehrere zentrale Empfehlungen, die vom Gemeinderat grundsätzlich gutgeheissen wurden.
Dreifach-Turnhalle in Diskussion
Ein wesentlicher Schwerpunkt betraf die Dimensionierung der künftigen Turnhalle, welche die heutige Mehrzweckhalle sowie die Sarna-Hallen ersetzen soll. Geprüft wurden sowohl eine Zweifach-Langhalle als auch eine Dreifach-Turnhalle. Aus heutiger Sicht wird, sofern die Kosten in einem vertretbaren Rahmen bleiben, die Realisierung einer Dreifach-Turnhalle bevorzugt. Mit Blick auf einen Planungshorizont von mehreren Jahrzehnten biete diese deutlich mehr Flexibilität. Insbesondere bei künftigen Sanierungen oder Ersatzbauten bestehender Sportanlagen stehe so ausreichend Infrastruktur zur Verfügung. Gleichzeitig sei aufgrund des regionalen Bedarfs von einer guten Auslastung durch lokale und überregionale Nutzungen auszugehen. Massgebend für den Entscheid bleibe jedoch die Wirtschaftlichkeit.
Ein weiterer wichtiger Aspekt stellt die Parkplatzsituation, die bereits heute angespannt ist, dar. Untersucht wurden sowohl oberirdische Parkierungsanlagen als auch eine teilweise unterirdische Einstellhalle. Während eine reine Oberflächenlösung kostengünstiger wäre, beansprucht sie wertvolle Nutzflächen. Eine Einstellhalle ermöglicht eine effizientere Nutzung des Areals und stellt trotz höherer Investitionskosten eine wirtschaftlichere Lösung dar als eine vollständige Tiefgarage.
Totalunternehmer-Wettbewerb
Auch beim Raumprogramm wurde bewusst auf multifunktional nutzbar gesetzt, welche verschiedenen Anspruchsgruppen gemeinsam zur Verfügung stehen. Dadurch kann die Infrastruktur optimal ausgelastet und die vorhandenen Mittel effizient eingesetzt werden. Ergänzend sind die erforderlichen Nebenräume wie Lager-, Technik- und Schutzräume vorgesehen. Die Schutzräume müssen gemäss den gesetzlichen Vorgaben unterirdisch erstellt werden.
Für die weitere Projektentwicklung im Totalunternehmer-Wettbewerb können Planung und Ausführung als Gesamtleistung beurteilt werden. Voraussetzung dafür ist eine präzise definierte Projektgrundlage. Aus diesem Grund wurde ein externes Architekturbüro mit der Erarbeitung einer qualitätssichernden Vorstudie beauftragt. Die nächste Projektphase umfasst die Ausarbeitung dieser Vorstudie sowie die Vorbereitung und Durchführung des Totalunternehmer-Wettbewerbs. Der gesamte Prozess wird durch eine externe Fachbegleitung unterstützt.
Text und Bild: Manuela Olgiati